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Gossau ZH
13.01.2026
13.01.2026 11:23 Uhr

Anfrage zu Grossbaustelle eingereicht

Für die Sanierung einer Strecke von 500 Metern werden zwei Jahre gebraucht. Mit Folgen fürs lokale Gewerbe und die Nachbargemeinden.
Für die Sanierung einer Strecke von 500 Metern werden zwei Jahre gebraucht. Mit Folgen fürs lokale Gewerbe und die Nachbargemeinden. Bild: zvg
Kantonsrat Daniel Wäfler aus Gossau und Kantonsrätin Jacqueline Hofer aus Dübendorf haben beim Regierungsrat eine Anfrage zum Thema Grossbaustelle in Gossau ZH eingereicht. Dabei geht es unter anderem um Einbussen für das Gewerbe und die Bauzeit.

Die Ortsdurchfahrt in Gossau ZH wird zwischen den Kreiseln Mönchaltorferstrasse und Laufenbachstrasse saniert. Dabei soll u.a. die Sicherheit für den Velo- und Fussverkehr erhöht, der Verkehrslärm reduziert und der unter der Grütstrasse verlaufende Durchlass des Gossauerbachs hochwassersicher ausgebaut werden (wir berichteten).

Die Bauarbeiten – für eine Strecke von gerade einmal 500 Metern – dauern über zwei Jahre. Sie haben im Januar 2025 begonnen, die Abschlussarbeiten mit dem Deckbelagseinbau sind gemäss neuesten Informationen der Gemeinde Gossau ZH im Frühling 2027 geplant.

Neben der sehr langen Bauzeit steht vor allem auch die Sperrung einer wichtigen Verbindungsstrasse ins Zentrum in der Kritik. Geschäfte im Zentrum verzeichnen markante Umsatzeinbussen, was bereits zu einem Stellenabbau geführt hat, ein Geschäft schloss bereits zu Beginn der Bauzeit, ein Restaurant kann aufgrund der langen Bauzeit erst mit massiver Verzögerung wiedereröffnen.

Grosse Umwege, Teil vom Dorf abgeschnitten

Zwei Kantonsräte, Daniel Wäfler aus Gossau und Jacqueline Hofer aus Dübendorf, haben beim Regierungsrat eine Anfrage eingereicht. «Die Baustelle ist nun ein Jahr am Laufen, aber seit einem Jahr ist auch die Durchfahrt von Gossau unterbrochen und das Gossauer Unterdorf teilweise abgeschnitten. Für die Verkehrsteilnehmer bedeutet die Baustelle teils grössere Umwege, unnötige Staus vor Ampeln und für das betroffene Gewerbe sicherlich grössere Umsatzeinbussen bis hin zu Ladenschliessungen», schreiben die beiden in ihrer Anfrage. Und weiter: «Neben der Bevölkerung von Gossau sind auch umliegende Gemeinden wie Mönchaltorf oder Grüningen durch die Verkehrsführung tangiert.»

«Dauer unverhältnismässig»

Gemessen an der Bausumme von 9,36 Millionen Franken, die der Regierungsrat für das Projekt bewilligt hat, seien die mit der über zwei Jahren laufenden Baustelle verbundenen Einbussen des Gewerbes und Einschränkungen des Verkehrs doch eher unverhältnismässig.

Die beiden Kantonsräte wollen vom Regierungsrat unter anderem wissen, ob für das Tiefbauprojekt auch Alternativen wie Etappierungen der Bauarbeiten, Teilprojekte mit mehr Unternehmern und eine andere Verkehrsführung ohne Totalsperrung geprüft worden seien. Weiter wollen sie vom Regierungsrat wissen, warum die Sperrung nicht zugunsten von Verkehr und Gewerbe umgesetzt wurden und welche Mehrkosten dem Kanton durch Alternativen wie Teilprojekte entstanden wären.

Themen-Dossier

Alle Informationen rund um die Baustelle im Zentrum von Gossau findest du im Online-Dossier auf Zürioberland24.

Einbussen für das Gewerbe

Auch wollen Wäfler und Hofer wissen, ob man im Vorfeld evaluiert habe, wie hoch die Einbussen für das Gewerbe bei einer zweijährigen Bauzeit sein werden und ob es Erfahrungswerte von anderen Bauprojekten gibt.

Ausserdem wollen die beiden Kantonsräte vom Regierungsrat wissen, was sich im zweiten Baujahr noch machen lässt, um die Situation für das Gewerbe und die umliegenden Gemeinden sowie bezüglich Verkehrsführung zu verbessern, zum Beispiel durch einen schnelleren Baufortschritt.

Barbara Tudor
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