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28.11.2025
28.11.2025 08:35 Uhr

Deponiepläne: «Gestaltungsplan Tägernauerholz ist zu sistieren»

Geplant war ein Deponiestandort im Tägernauerholz. Dazu hätte eine grosse Waldfläche gerodet werden müssen. (Archivbild)
Geplant war ein Deponiestandort im Tägernauerholz. Dazu hätte eine grosse Waldfläche gerodet werden müssen. (Archivbild) Bild: depo-nie.com
Gossau und Grüningen begrüssen die aktualisierten kantonalen Planungsgrundlagen. Die Höherstufung der Leerüti macht den Bedarf für die Deponie Tägernauerholz aus Sicht beider Gemeinden hinfällig. Sie erwarten, dass der bereits angedachte Gestaltungsplan zum Tägernauerholz sistiert wird.

Im Rahmen der Teilrevision des kantonalen Richtplans hat der Regierungsrat die Prioritäten bestehender und geplanter Deponien angepasst.

Die geplante Deponie Tägernauerholz auf dem Gemeindegebiet Gossau/Grüningen, für die ein grosses Waldstück hätte gerodet werden müssen, wird zum Ersatzstandort herabgestuft. Der bereits im Richtplan eingetragene Standort Leerüti auf Gemeindegebiet Mönchaltorf/Gossau/Egg wird dagegen priorisiert. Zudem wird der Standort Wissenbüel in Ottikon in der Gemeinde Gossau neu zu einem Standort von vier Typen B, C, D und E (wir berichteten).

Zürioberland24 hat bei den Gemeinden Gossau und Grüningen nachgefragt, wie sie die neuen Pläne beurteilen.

Verschiebungen in der regionalen Planung

«Gossau und Grüningen begrüssen, dass der Kanton bei der Deponieplanung neue technologische und ökologische Entwicklungen stärker berücksichtigt – insbesondere Landfill-Mining, das Kreislaufmodell sowie die veränderten Anforderungen an die Entsorgungssicherheit», schreiben die Gemeinden. Dass der Regierungsrat die Standorte nun klarer priorisiere und neu einstufe, sei ein wichtiger Schritt zu einer konsistenteren Planung. Gleichzeitig sei man erstaunt, dass die Klassifizierung der Standorte nicht schon vor der damaligen Richtplanfestsetzung sorgfältiger abgeklärt wurde.

Die nun erfolgte Höherstufung der Leerüti – neu nicht nur geeignet für Inertstoffe (Typ B), sondern auch für Reststoffe (C), Schlacke (D) und sogar Reaktorstoffe (E) – werfe Fragen zur damaligen Entscheidungsgrundlage auf. Diese breite Eignung führe nun zu erheblichen Verschiebungen in der regionalen Planung.

«Der bereits angedachte Gestaltungsplan zum Tägernauerholz ist mindestens zu sistieren.»
Gemeinden Gossau und Grüningen

Tägernauerholz nicht mehr notwendig

Mit der Herabstufung des Standorts Tägernauerholz und der neuen Einstufung des Deponiestandorts Leerüti sei der Standort Tägernauerholz fachlich wie praktisch nicht mehr notwendig. «Sie war und ist ausschliesslich als Schlackendeponie des Typs D vorgesehen. Mit der neuen Bewertung der Leerüti ist der Bedarf für das Tägernauerholz aus der Sicht der beiden Gemeinden entfallen», so die Gemeinden weiter. Der bereits angedachte Gestaltungsplan zum Tägernauerholz sei deshalb mindestens zu sistieren.

«Der Bedarf für den Standort Tägernauerholz ist hinfällig. Gossau und Grüningen erwarten hier eine entsprechende Anpassung der kantonalen Planung.»
Gemeinden Gossau und Grüningen

Lange geäussertes Anliegen

Die beiden Gemeinden nehmen sehr positiv zur Kenntnis, dass neu in ihrer Region nur noch maximal ein Standort in Betrieb sein darf – und zwar unabhängig vom Deponietyp. Das schon lange und immer wieder vorgebrachte Anliegen von Gossau und Grüningen sei damit berücksichtigt worden.

«Die Deponie Leerüti hat mit der Höherstufung eine dominante Rolle erhalten. Daher erachten die beiden Gemeinden eine parallele weitere Planung von Typ-D-Standorten im unmittelbaren Umfeld weder als sinnvoll noch als verhältnismässig.»

Die Deponie Wissenbüel wird im Plan als «in Betrieb» bezeichnet. Solange dies so ist, dürfen keine weiteren Deponien in der Region in Betrieb gehen. «Mit der neuen Bewertung der Leerüti gehen die beiden Gemeinden klar davon aus, dass der Bedarf für den Standort Tägernauerholz hinfällig ist. Gossau und Grüningen erwarten hier eine entsprechende Anpassung der kantonalen Planung.»

Im Hinblick auf die Leerüti hätten sich die beiden Gemeinden stets für eine landschaftsschonende, möglichst konfliktarme Zuwegung eingesetzt – etwa hinsichtlich Verkehrsführung, Schutzräumen und der Minimierung von Eingriffen in Landschaft und Siedlungen. «Das nun anlaufende Gestaltungsplanverfahren wird zeigen, wie diese Anliegen konkret berücksichtigt werden.» Man werde sich weiterhin aktiv in den Prozess einbringen, sobald die Unterlagen öffentlich aufliegen.

Themen-Dossier

Weitere Informationen rund um die Deponiepläne im Zürcher Oberland findest du im Online-Dossier auf Zürioberland24.

Barbara Tudor
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