Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Bubikon
18.03.2022
18.03.2022 17:15 Uhr

Junge Gemeinderatskandidatin zeigt Einsatz für Störche

Die SVP Gemeinderatskandidatin Seraina Billeter hat sich als Naturschützerin für die Störche eingesetzt. Bild: Martina Gradmann
Eigentlich wollte der Liegenschaftsbesitzer an der Sennweidstrasse in Bubikon keine Störche mehr auf seinem Hochkamin. Nach umfangreichen Abklärungen und Gesprächen mit den Fachstellen, wird dem Bubiker Storchenpaar sein angestammter Platz jetzt doch wieder überlassen. Auch dank dem Einsatz einer jungen Bubikerin.

«Störche sind sehr wählerisch. Wenn sie sich einmal einen Platz für den Nestbau ausgesucht haben, dann bleiben sie jedes Jahr dabei», weiss Seraina Billeter vom Verein Natur und Umwelt Bubikon-Wolfhausen.

Auch das aus dem Winterquartier zurückgekehrte Bubiker Storchenpaar versuchte verzweifelt, auf dem Hochkamin an der Sennweidstrasse 1a ein neues Nest zu bauen. Weil der Liegenschaftsbesitzer dies verhindern wollte, was er mit Verschmutzung und Einsturzgefahr begründete, hatte er noch ausserhalb der Brutzeit einen «Metallhut» auf den Kamin gesetzt, um den Nestbau zu vereiteln.

  • Die Störche sind zurück und bauen wieder fleissig an ihrem Nest. Bild: Martina Gradmann
    1 / 2
  • Mitten im Siedlungsraum an der Sennweidstrasse verursachen die grossen Vögel aber auch grosse Verschmutzung. Bild: Martina Gradmann
    2 / 2

Die Gemeinde war nicht informiert

Die Verkotung der Liegenschaft durch die grossen Vögel sei für ihn und seine Mieterschaft ein grosses Ärgernis, weiss Billeter. Der Vermieter habe sich schliesslich mit dem Naturverein und mit der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung zusammengesetzt. Einig sei man sich aber nicht geworden. «Die Fischerei- und Jagdverwaltung sagt, dass Störche nicht mehr schutzwürdig sind.» Beim Gespräch habe es noch geheissen, der Metallhut müsse bleiben. Und jetzt sei er plötzlich weg.

Die Vermutung steht im Raum, dass die Wiederherstellung des Nests erfolgte, weil keine Baubewilligung für den Metallhut eingeholt wurde. So wollte das René Baumann, Leiter Gesellschaft und Landschaft bei der Gemeinde Bubikon, allerdings nicht bestätigen. «Wir waren nicht über dieses Storchennest, die Entfernung dessen und auch nicht über die Gespräche darüber informiert worden. Störche sind jedoch ein emotionales Thema. Nach unzähligen Meldungen aus der Bevölkerung hat der Liegenschaftenbesitzer jetzt eingelenkt.»

Damit man künftig wisse, wie man mit Störchen im Siedlungsgebiet umgehen solle, habe die Gemeinde ein Merkblatt erstellt.

«Ich kann nicht nachvollziehen, dass man den Männern bei einer Kandidatur Erfolg wünscht und uns Frauen für unseren Mut lobt.»
Seraina Billeter, Gemeinderatskandidatin für Bubikon

Junge Bubikerin engagiert sich für Tier und Mensch

Für die Reinigung der Liegenschaft will sich jetzt der Naturverein zusammen mit Freiwilligen engagieren. Dafür setzt sich Seraina Billeter ein. Die junge Bubikerin ist nicht nur engagiert im Natur- und Umweltverein, sie ist auch CO-Präsidentin der SVP Bubikon, im Vorstand der JSVP Oberland-See und die jüngste Gemeinderatskandidatin für Bubikon.

Sie ist überzeugt, dass es jetzt neue, noch unverbrauchte Leute brauche. Es könne doch nicht sein, dass sich nach den vielen Misstrauensvoten aus der Bevölkerung die genau gleichen Leute wieder zur Wahl stellen. «Ich denke, es ist an der Zeit, dass sich auch Junge und Frauen einbringen, vor allem in Bubikon. Wir Frauen müssen selbstbewusster werden. Ich kann nicht nachvollziehen, dass man den Männern bei einer Kandidatur Erfolg wünscht und uns Frauen für unseren Mut lobt.»

Martina Gradmann