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Bubikon
03.10.2021

Gemeinderat lehnt Einzelinitiative Stammgleis ab

Gemeinderat lehnt Stammgleis-Initiative ab. Bild: A. Stohler/IG Stammgleis Bubikon
Der Gemeinderat von Bubikon lehnt die Einzelinitiative Stammgleis, die von drei Stimmbürgern im Juni 2020 eingereicht wurde, ab. Verschiedene Fakten hätten zu diesem Beschluss geführt. Der Initiant betrachtet den Entscheid kritisch.

Die am 19. Juni 2020 eingereichte Einzelinitiative mit dem Titel «Zur Erhaltung des Stammgleises Bahnhof Bubikon – Wolfhausen (Eintrag in den kommunalen Richtplan)» beabsichtigt den (Wieder-)Eintrag der ganzen bestehenden Gleisanlage des Stammgleises von Bubikon – inklusiv Anschluss an das SBB-Netz – bis zur Kreuzung mit der Oberwolfhauserstrasse in Wolfhausen. Dieser Richtplaneintrag soll den Schutz der Gleisanlage sicherstellen.

Verschiedene Seiten angehört

Wie der Gemeinderat mitteilt, bedarf es aufgrund der eingereichten Einzelinitiative einer Änderung der Richt- und Nutzungspläne. Dazu seien im Rahmen der öffentlichen Auflage rechtzeitig nach- und nebengeordnete Planungsträger und auch Personen angehört worden wie Liegenschaftsbesitzer oder Gewerbe- und Industriebetriebe, die an der Gemeindeversammlung nicht stimmberechtigt seien. Die entsprechenden Berichte würden nun vorliegen, so der Gemeinderat.

SBB lehnen erneuten Anschluss ab

Gemäss Gemeinderat lehnen die SBB einen erneuten Anschluss des Stammgleises an das SBB-Netz ab. Der Bahnanschluss an die SBB Gleisanlage sei nicht mehr möglich, ohne die Fahrplanstabilität im Abschnitt Rapperswil-Wetzikon zu gefährden. Für eine Reaktivierung des Stammgleises resp. des Wiederanschlusses an das SBB Netz sei ein entsprechendes Gesuch an das Bundesamt für Verkehr einzureichen.

Ein allfälliger Wiederanschluss des Stammgleises Bubikon/Wolfhausen ans das SBB-Netz müsse für die SBB kostenneutral sein. Eine Kostenbeteiligung seitens SBB für den Wiederanschluss sowie die Instandhaltung der zusätzlichen Bahnanlagen und den Betrieb auf dem Stammgleis sei ausgeschlossen.

Wie der Gemeinderat schreibt, sei daher kaum vorstellbar, eine Bewilligung für einen erneuten Anschluss zu erhalten. Und wenn, dann würde die Gemeinde mit erheblichen Kosten belastet. Bereits der erneute Einbau der Anschlussweiche dürfte die Gemeinde mehrere hunderttausend Franken kosten, so die Mitteilung weiter. Zudem liesse sich nicht beziffern, wie hoch die jährlichen Unterhaltskosten sein würden.

Kein Interesse von Unternehmen und Gewerbe

Von Seiten der Unternehmen und Gewerbetreibenden in Wohlhausen fehle das Interesse für einen erneuten Anschluss an das SBB-Netz für den Gütertransport. Die Firma Schulthess bemängle die fehlende bauliche Weiterentwicklungsmöglichkeit aufgrund der bestehenden Gleisanlagen. Sie würde den Standort Wohlhausen gerne ausbauen, dafür müsse sie aber die Möglichkeit haben, die Gleisanlagen auf ihrem Firmenareal entfernen zu können. Dies würde die Initiative aber verhindern.

Schon heute ein erheblicher Schutz

Weiter argumentiert der Gemeinderat, dass dort, wo das Gleis im Naturraum verläuft, heute schon ein erheblicher Schutz durch kantonale und kommunale Schutzverordnungen bestehe. Ein Richtplaneintrag bringe hier keinen zusätzlichen Nutzen. Aufgrund all dieser Fakten lehne der Gemeinderat die Initiative klar ab. An der Gemeindeversammlung vom 15. Dezember 2021 haben die Stimmberechtigten die Gelegenheit, über die Einzelinitiative zu entscheiden.

Initiant nicht einverstanden

Der Initiant der Initiative, Markus Brunner aus Bubikon, sieht die Medienmitteilung des Gemeinderates kritisch. Er schrieb Zürioberland24: «Da stimmt leider vieles nicht. Es wird immer über die SBB geschrieben, ohne zu sagen, welche SBB (SBB AG /SBB Cargo AG).» Ob neue Stellungnahmen der SBB vorliegen und von welcher SBB-Stelle, sei unklar und werde nicht geschrieben. Selbst im Bericht zur Teilrevision Richtplan übernehme die Ortsplanungsfirma veraltete Grundlagen und versuche in der Bevölkerung mit unwahren Angaben Angst zu schüren.

zo24