Alternativen und saisonale Verbindungen geprüft
Der Bericht beschäftigte sich ebenfalls mit alternativen Betriebsformen wie Rufbussen oder Semi-Rufbusangeboten. Diese funktionieren in der Regel nur auf Voranmeldung und sind eher in ländlichen Regionen verbreitet. Für Wetzikon erachtet der Stadtrat ein solches Modell derzeit als weniger zweckmässig, da die Hürde der Nutzung zu hoch und die Nachfrage zu gering wäre. Personalkosten und Dispositionsaufwand würden den möglichen Kostenvorteil gegenüber Linienangeboten stark reduzieren.
Saisonale Angebote wie eine Busverbindung zum Strandbad Auslikon wurden ebenfalls geprüft. Es besteht laut ZVV keine verbindliche Pflicht, solche Anlagen öffentlich zu erschliessen, und der ZVV würde ein saisonales Angebot voraussichtlich nicht finanzieren. Somit stünden die Stadt oder Dritte in der Pflicht, die Kosten zu tragen. Herausforderungen wären unter anderem die Auswahl sinnvoller Routen und der Umgang mit stark schwankender Nachfrage, etwa bei wechselhaftem Wetter.
Fragliches Kosten-Nutzen-Verhältnis
Für ein Kleinbusnetz mit drei Linien im Halbstundentakt schätzt der Bericht jährliche Kosten zwischen rund 1 und 1,5 Millionen Franken. Diese umfassen Fahrzeugbeschaffung und -amortisation, Betriebskosten und Personal.
Selbst bei reduzierten Betriebszeiten, etwa ohne Sonntagsverkehr, würden die Kosten weiterhin im hohen Bereich liegen. «Da die meisten betroffenen Gebiete als erschlossen gelten, würden diese Kosten – ohne Beteiligung des ZVV – vollständig von der Stadt getragen werden müssen», so der Stadtrat. Zudem verlange der ZVV einen Kostendeckungsgrad von mindestens 30 %, damit ein Versuchsbetrieb in den regulären Betrieb übernommen werden kann – ein Niveau, das bei Kleinbussen kaum realistisch sei.
Neue Technologien: «Keine Vorreiterrolle einnehmen»
Der Stadtrat verfolge schweizweit laufende Pilotversuche mit selbstfahrenden Fahrzeugen genau. «Sollte sich diese Technologie in der Praxis bewähren, könnten automatisierte Kleinbusse eine wirtschaftlichere Alternative darstellen.» Dabei wolle die Stadt jedoch keine Vorreiterrolle übernehmen, sondern Entwicklungen «sorgfältig beobachten und bei Eignung in Betracht ziehen». Beispielsweise könnten selbstfahrende Fahrzeuge für Aussenwachten eine Alternative für die Park&Ride-Nutzung darstellen.
Nachfrage wohl eher gering
Die Untersuchungen würden zeigen, dass ein Kleinbusnetz zwar einzelne Quartiere besser erschliessen und die ÖV-Nutzung in der Stadt verbessern könnte, die Zusatznachfrage aber wohl gering und die Kosten für die Stadt hoch wären. «Da kein klarer Anspruch auf zusätzliche Angebote gemäss ZVV-Angebotsverordnung besteht, schlägt der Stadtrat vor, das Postulat abzuschreiben, also als erfüllt zu betrachten.» Gleichzeitig betont er sein Interesse, das Thema nach Abschluss des Gesamtverkehrskonzepts und unter Einbezug künftiger technologischer Entwicklungen weiter zu verfolgen.