Die Ausbildung der Primarschullehrerinnen und -lehrer werde flexibler gestaltet, teilte der Regierungsrat am Donnerstag mit. Auch Personen mit Diplom- oder Fachmittelabschluss sowie einer nichtpädagogischen Fachmaturitär können prüfungsfrei an die Pädagogische Hochschule (PH).
Der Regierungsrat reagiert mit der Vorlage auf einen Vorstoss aus dem Parlament. Eine deutliche Mehrheit des Kantonsrats hatte im März 2025 in einer Motion diesen Schritt gefordert.
Gegen "Verakademisierung"
Die PH sei keine universitäre Hochschule, gaben die Motionäre von SVP, GLP und FDP an. Es gebe daher keinen nachvollziehbaren Grund, eine gymnasiale Matura vorauszusetzen, finden die Motionärinnen und Motionäre. Ob sich jemand für den Beruf eigne, hänge nicht von einer bestimmten Art der Matura ab.
Bildungsdirektorin Silvia Steiner (Mitte) sagte damals, dass bereits heute 60 Prozent der Studierenden keine gymnasiale Matur hätten. Von einer "Verakademisierung", wie sie in der Motion kritisiert wird, könne also keine Rede sein. Sie befürchtete eine höhere Abbruchquote bei den Studierenden.
Auf Bundesebene gab es schon ähnliche Bemühungen. Im Jahr 2023 unterstützte der Nationalrat einen Vorstoss, der ebenfalls den prüfungsfreien Zugang für Studierende mit Berufsmaturität forderte. Umgesetzt ist bisher aber nichts. Der Bundesrat empfahl den Kantonen lediglich, Optimierungen zu prüfen.
Praktika ausserhalb des Kantons
Der Regierungsrat setzt auch weitere Flexibilisierungen um. So sollen angehende Lehrpersonen die Möglichkeit haben, sich in allen Fächern ausbilden zu lassen. Praktika sollen künftig auch ausserhalb des Kantons möglich sein.
Weiter will der Regierungsrat die Zusammenarbeit von Lehrpersonen mit sonderpädagogischem Personal stärken, um "den Anforderungen des integrativen Unterrichts gerecht zu werden". Bei Bedarf soll die PH auch Heilpädagoginnen und Heilpädagogen ausbilden können.
Die Gesetzesänderung geht nun an den Kantonsrat.