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Schweiz
15.01.2026
15.01.2026 10:06 Uhr

Januarloch ist Realität

Das Januarloch trifft vor allem junge Haushalte und Familien – steigende Fixkosten zu Jahresbeginn belasten das Budget.
Das Januarloch trifft vor allem junge Haushalte und Familien – steigende Fixkosten zu Jahresbeginn belasten das Budget. Bild: ChatGPT
Gut ein Drittel der Erwachsenen in der Schweiz spürt im Januar eine Verschlechterung der finanziellen Lage. Hauptgründe sind hohe Rechnungen zu Jahresbeginn, wie eine repräsentative Comparis-Umfrage zeigt.

Das sogenannte Januarloch ist für viele Menschen in der Schweiz Realität. Laut einer repräsentativen Befragung von Comparis erleben 33 Prozent der erwachsenen Bevölkerung im Januar eine Verschlechterung ihrer finanziellen Situation im Vergleich zu anderen Monaten. Besonders betroffen sind junge Erwachsene und Familien.

«Ende Jahr flattern etliche Rechnungen ins Haus, die beglichen werden müssen, hinzu kommen Ausgaben für die Feiertage. Das eigene Portemonnaie wird schmäler, und die persönlichen Finanzen rücken stärker in den Fokus – ebenso die guten Vorsätze», sagt Comparis-Finanzexperte Michael Kuhn.

Junge Erwachsene und Familien stärker betroffen

Überdurchschnittlich häufig trifft das Januarloch junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren: 35 Prozent von ihnen geben an, im Januar finanziell schlechter dazustehen. Bei den über 56-Jährigen sind es hingegen 26 Prozent. Auch Familien mit Kindern sind besonders betroffen. In Haushalten mit Kindern berichten 39 Prozent von einer Verschlechterung der Finanzlage, gegenüber 30 Prozent in kinderlosen Haushalten.

Unterschiede zeigen sich auch beim Bildungs- und Einkommensniveau. Personen mit niedriger oder mittlerer Bildung spüren das Januarloch zu 37 Prozent, bei Personen mit hoher Bildung sind es 27 Prozent. Bei einem monatlichen Bruttoeinkommen bis 4’000 Franken geben 43 Prozent eine Verschlechterung an, bei Einkommen über 8’000 Franken lediglich 26 Prozent.

Viele reduzieren im Januar ihre Ausgaben

Als Reaktion auf die finanzielle Belastung schnallen viele den Gürtel enger: 35 Prozent der Befragten reduzieren im Januar ihre Ausgaben. Besonders ausgeprägt ist dieses Verhalten bei den unter 55-Jährigen. Während 38 Prozent der 18- bis 35-Jährigen und 39 Prozent der 36- bis 55-Jährigen weniger ausgeben, sind es bei den über 56-Jährigen nur 27 Prozent.

«Entsprechend reduzieren viele ihre Ausgaben im Januar. Das ist jedoch häufig nicht nachhaltig», sagt Kuhn. Sinnvoller sei ein Jahresbudget mit klar definierten Einnahmen, Fixkosten, variablen Ausgaben und einem festen Sparbetrag. «So verliert die Rechnungsflut Ende und Anfang Jahr ihren Schrecken.»

Hohe Rechnungen als Hauptursache

Entgegen der verbreiteten Annahme sind es nicht überteuerte Weihnachtsgeschenke, die das Januarloch verursachen. Hauptgrund sind vielmehr hohe Rechnungen, die zu Jahresbeginn eintreffen. Dazu zählen unter anderem Rechnungen für die Motorfahrzeugsteuer, Abos für den öffentlichen Verkehr oder das Fitnessstudio sowie Versicherungsprämien.

«So zum Beispiel für die Motorfahrzeugsteuer, Abos für ÖV und Fitness sowie für Versicherungen wie Hausrat- und Privathaftpflicht, Gebäudeversicherung, Lebensversicherung, Zusatzversicherung und die Krankenkassen-Grundversicherung», erklärt Kuhn. Hinzu kommen erste Aufforderungen für Einzahlungen in die Säule 3a.

Versicherungsprämien werden besonders häufig als Belastung genannt, vor allem in der italienischen Schweiz. Bei den Einkommensgruppen sind Haushalte mit einem Bruttoeinkommen zwischen 4’000 und 8’000 Franken besonders betroffen. «Tiefe Einkommen erhalten staatliche Entlastung, zum Beispiel durch die Prämienverbilligung oder Sozialhilfe. Die Mittelschicht hingegen muss die steigenden Kosten selbst stemmen», so Kuhn.

Mehrheit ohne Januarloch – und mit Sparpotenzial

56 Prozent der Befragten geben an, dass sich ihre finanzielle Situation im Januar nicht verändert. Besonders stabil zeigt sich die Lage bei den über 56-Jährigen (70 Prozent) sowie bei Personen mit hoher Bildung (61 Prozent).

Wer kein Januarloch verspürt, kann laut Kuhn von Vorauszahlungen profitieren. Dazu zählen etwa Krankenkassenprämien, Steuern oder Einzahlungen in die Säule 3a. «Wer genug Reserven hat, erzielt mit der Vorauszahlung oft einen besseren Renditeeffekt, als wenn das Geld einfach auf dem Konto liegen bleibt.»

Besonders attraktiv sei eine frühe Einzahlung in die Säule 3a, da das Geld steuerbegünstigt das ganze Jahr arbeite. Neu ist zudem eine Nachzahlung für das Jahr 2025 möglich, sofern der Maximalbetrag noch nicht ausgeschöpft wurde. Auch bei Vorauszahlungen der Krankenkassenprämien lassen sich laut Comparis Einsparungen von bis zu rund 2 Prozent erzielen.

Zürioberland24/gg
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