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Grüningen
28.11.2025

Krippenfiguren für Kinder und Enkelkinder

Die Grüningerin Ursula Hofmann gestaltet Krippenfiguren in beachtlicher Grösse.
Die Grüningerin Ursula Hofmann gestaltet Krippenfiguren in beachtlicher Grösse. Bild: mg
Ursula Hofmann hat schon immer gerne genäht und auch unzählige Fastnachtskostüme für ihre fünf Kinder gefertigt. Ihre besondere Leidenschaft gilt aber den Krippenfiguren in Form von Maria, Josef, Hirten und Engeln.

Sie hat schon im Kindergartenalter gerne genäht, was auch mit ihrer Mutter zu tun hat, die Heimarbeit verrichtete. Aufgewachsen im Appenzellerland, wollte Ursula Hofmann eigentlich Handarbeitslehrerin oder Schneiderin werden.

Erste Versuche machte sie noch auf einer Tretmaschine, später war es dann eine «Bernina», auf der sie ihre eigenen Kleider nähte. Als es schliesslich um die Berufswahl ging, merkte Hofmann schnell, dass sie das, was sie in einer Schneiderlehre gelernt hätte, eigentlich schon konnte. «Ich dachte mir, dann lerne ich doch etwas, das ich noch nicht kann, und machte die Lehre zur Hochbauzeichnerin.»

Für die Liebe nach Grüningen

Nach der Lehre arbeitete sie rezessionsbedingt in einem Heim für Beeinträchtigte in Maur, wo sie ihren künftigen Ehemann kennenlernte. «Ernst war ein Grüninger Bauer, und weil ich im Heim und auf dem Hof mithelfen wollte, absolvierte ich die Bäuerinnenschule», sagt die Grüningerin. Fünf Kinder zog sie dort gross und kümmerte sich um Garten, Stall und vieles mehr. Ab da nähte sie nicht mehr nur Kleider für sich, sondern flickte auch die Arbeitskleidung ihres Mannes und die Kleider der Kinder.

Für ihre Kinderschar fertigte sie über Jahre die Fasnachtskostüme, wie «Schneewittchen und die sieben Zwerge» oder die «Skihasen», und gewann damit, zur grossen Freude ihrer Kinder, regelmässig Preise. «Wir erreichten fast immer den zweiten Platz und haben das gewonnene Geld gemeinsam bei einem feinen Dessert ausgegeben», lacht Hofmann.

Die Konstellationen auf dem Hof seien jedoch schwierig gewesen und die Ehe belastet. Hofmann trennte sich von ihrem Mann und zog mit der jüngsten Tochter in den Kanton Thurgau, wo der zweitälteste Sohn seine Lehre machte. Weil sie im Dorf niemanden kannte, zog es sie in die Kirche, wo sie erstmals mit Krippenfiguren in Kontakt kam. «Eine Gruppe von Frauen gestaltete Krippenfiguren für die Kirche. Eine von ihnen bat mich, ihren König fertigzustellen. Danach wollte ich solche Figuren auch für mich machen», erinnert sich die mehrfache Grossmutter.

«Für meine Kinder habe ich immer viel genäht, darunter viele aussergewöhnliche Fasnachtskostüme.»
Ursula Hofmann
Die Krippenfiguren in Laternen sind gerade bei Kindern sehr beliebt. Bild: mg

Seit 2014 wieder in Grüningen

Hofmann besuchte einen Kurs und lernte, die Grundfiguren aus Draht mit Sisalüberzug, vorgefertigten Bleifüssen und Köpfen aus Sagex zu bearbeiten. Sie nähte die Kostüme für Josef, Maria und die Hirten. Engel und aufwändige Figuren kamen dazu wie Krippenfiguren in Laternen. Den Stoff für die Kostüme konnte sie oft von Outlets beziehen, aber auch alte Zierkissen hat sie in Mäntel und Schärpen für die Figuren verwandelt. «Die handwerkliche Arbeit hat mir immer sehr viel Freude gemacht, und nachdem ich 2014 wieder nach Grüningen gezogen war, besuchte ich auch hier einen Krippenfigurenkurs.»

In Kirchen seien ihre Figuren bisher noch nie aufgestellt worden, aber während der Adventszeit bei ihr zuhause. «Meine Kinder und Enkelkinder kommen dann jeweils vorbei und dürfen sich eine Figur aussuchen. Auch die Laternen mit Krippenfiguren stossen bei ihrer Familie auf Anklang, weil sie so schön leuchten. «Ich schmücke mittlerweile keinen Christbaum mehr», sagt Hofmann, «die Krippenfiguren aber stelle ich in der Weihnachtszeit immer auf.»

Martina Gradmann, Redaktion Grüninger Post
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