Sie hat schon im Kindergartenalter gerne genäht, was auch mit ihrer Mutter zu tun hat, die Heimarbeit verrichtete. Aufgewachsen im Appenzellerland, wollte Ursula Hofmann eigentlich Handarbeitslehrerin oder Schneiderin werden.
Erste Versuche machte sie noch auf einer Tretmaschine, später war es dann eine «Bernina», auf der sie ihre eigenen Kleider nähte. Als es schliesslich um die Berufswahl ging, merkte Hofmann schnell, dass sie das, was sie in einer Schneiderlehre gelernt hätte, eigentlich schon konnte. «Ich dachte mir, dann lerne ich doch etwas, das ich noch nicht kann, und machte die Lehre zur Hochbauzeichnerin.»
Für die Liebe nach Grüningen
Nach der Lehre arbeitete sie rezessionsbedingt in einem Heim für Beeinträchtigte in Maur, wo sie ihren künftigen Ehemann kennenlernte. «Ernst war ein Grüninger Bauer, und weil ich im Heim und auf dem Hof mithelfen wollte, absolvierte ich die Bäuerinnenschule», sagt die Grüningerin. Fünf Kinder zog sie dort gross und kümmerte sich um Garten, Stall und vieles mehr. Ab da nähte sie nicht mehr nur Kleider für sich, sondern flickte auch die Arbeitskleidung ihres Mannes und die Kleider der Kinder.
Für ihre Kinderschar fertigte sie über Jahre die Fasnachtskostüme, wie «Schneewittchen und die sieben Zwerge» oder die «Skihasen», und gewann damit, zur grossen Freude ihrer Kinder, regelmässig Preise. «Wir erreichten fast immer den zweiten Platz und haben das gewonnene Geld gemeinsam bei einem feinen Dessert ausgegeben», lacht Hofmann.
Die Konstellationen auf dem Hof seien jedoch schwierig gewesen und die Ehe belastet. Hofmann trennte sich von ihrem Mann und zog mit der jüngsten Tochter in den Kanton Thurgau, wo der zweitälteste Sohn seine Lehre machte. Weil sie im Dorf niemanden kannte, zog es sie in die Kirche, wo sie erstmals mit Krippenfiguren in Kontakt kam. «Eine Gruppe von Frauen gestaltete Krippenfiguren für die Kirche. Eine von ihnen bat mich, ihren König fertigzustellen. Danach wollte ich solche Figuren auch für mich machen», erinnert sich die mehrfache Grossmutter.