Home Region Sport Magazin Schweiz/Ausland Agenda
Grüningen
28.11.2025
28.11.2025 11:24 Uhr

Tiefer Blick in die Versorgungsplanung

Der hohe Zuwachs an über 80-Jährigen und der Höchstwert der Bevölkerungsgruppe der 65- bis 79-Jährigen beschäftigt die Gemeinde. (Symbolbild)
Der hohe Zuwachs an über 80-Jährigen und der Höchstwert der Bevölkerungsgruppe der 65- bis 79-Jährigen beschäftigt die Gemeinde. (Symbolbild) Bild: AdobeStock
Gemeinsam mit der Spitex Grüningen hat die Gemeinde eine Standortbestimmung zur Altersversorgung in Auftrag gegeben. Der Grundlagenbericht der ValeCura AG ist nun die Basis für weitere Analysen der Grüninger Altersversorgung.

Die Versorgungsplanung gewinnt immer mehr an Gewicht im Hinblick auf die Herausforderungen in den nächsten Jahren. Die Gemeinde ist in der Pflicht, die Versorgung sicherzustellen und für ihre Bevölkerung eine bedarfsgerechte ambulante und stationäre Pflegeversorgung anzubieten. Einige Parameter in der Langzeitpflege haben sich in den letzten zehn Jahren stark verändert, wie die höhere Lebenserwartung, die Pflegefinanzierung oder die Anbieter von Pflegeeinrichtungen.

«Diese Veränderungen und die momentane Dynamik im Gesundheitsumfeld zwingen uns dazu, uns vertiefter damit zu befassen», sagt Gesundheitsvorsteherin Susanne Gutknecht. «Dass wir eine gut funktionierende Spitex haben und mit der Alterssiedlung, den Wohnungen und der Pflegewohnung im SEWO bereits einiges anbieten können, reicht auf die Dauer nicht aus», sagt Gutknecht. Auch aus dem Projekt «Lokal vernetzt älter werden» gab es einige Hinweise aus der Bevölkerung zur Altersversorgung.

Bedarf abschätzen

Daher haben sich die Spitex Grüningen und die Gemeinde Grüningen für eine Standortbestimmung entschieden. Diese besteht darin, den Status quo zu analysieren und einzuordnen, die Bedarfsentwicklung für die Altersversorgung in Grüningen abzuschätzen und daraus zukünftige Entwicklungsfelder abzuleiten und zu gewichten. «Wir benötigen für die kommenden Herausforderungen ein klares Bild, wo wir stehen und was uns erwartet. Nur dann können wir steuernd eingreifen und versuchen, die hohen Kosten der Pflege- und Restfinanzierung zu dämpfen», erklärt die Ressortvorsteherin.

Die Standortbestimmung zeigt mögliche Szenarien auf und weist auf Handlungsfelder hin, bei denen Grüningen in Zukunft achtsam sein muss. «Anhand des Berichts haben wir nun ein besseres Bild – durch Zahlen hinterlegt – und können vertieft die einzelnen Entwicklungsfelder prüfen.»

«Es ist für die Spitex Grüningen wichtig, dass wir anhand der ermittelten Lage überlegen können, wie wir uns als kleinräumige Spitex entwickeln wollen.»
Nicole Bachmann, Geschäftsleiterin Spitex Grüningen

Strömungen erkennen

Ein wichtiger Pfeiler der Versorgung ist die Spitex Grüningen, die sich ebenfalls im Prozess aktiv eingebracht hat und einen Teil der Kosten getragen hat. «Es ist für die Spitex Grüningen wichtig, dass wir anhand der ermittelten Lage und des Bedarfs an Pflegebetten überlegen können, wie wir uns als kleinräumige Spitex entwickeln wollen», sagt Geschäftsführerin Nicole Bachmann.

«Wir leisten sehr gute Arbeit in der ambulanten wie auch der stationären Pflege, aber wir müssen achtsam bleiben und uns überlegen, wie wir dem steigenden Bedarf und der von der Politik gewollten Verschiebung zu den ambulanten Dienstleistungen gerecht werden können. Der Fachkräftemangel und die Entwicklung ergänzender Angebote, damit die Menschen möglichst lange zu Hause bleiben können, verdienen hier sicher besondere Aufmerksamkeit», erklärt Bachmann.

«Wir benötigen für die kommenden Herausforderungen ein klares Bild, wo wir stehen und was uns erwartet.»
Susanne Gutknecht, Gemeinderätin und Gesundheitsvorsteherin

Neue Aufgaben zuhauf

Ein Fazit aus dem Bericht ist: Grüningen ist bereits in den Grundzügen gut aufgestellt. «Es gibt nichts völlig Überraschendes aus dem Bericht, aber das haben wir auch nicht erwartet», erklärt Gutknecht. «Die Gemeinde hat mit Leistungsvereinbarungen mit verschiedenen Institutionen viele Dienstleistungen der Grundversorgung abgedeckt und geregelt.

Dennoch werden wir diese veralteten Leistungsvereinbarungen noch anpassen auf die heutigen Gegebenheiten und versuchen, sie in unserem Sinne zu schärfen», sagt die Ressortvorsteherin. «Zudem haben wir die Anlaufstellen für das Alter der Gemeinde und der Spitex geschärft – wie in der letzten Grüninger Post publiziert.»

Der hohe Zuwachs an über 80-Jährigen und der zwischenzeitliche Höchstwert der Bevölkerungsgruppe 65- bis 79-Jährige wird die Gemeinde beschäftigen, nicht nur finanziell. «Es geht nicht nur um die Finanzierung der Pflege», sagt Gutknecht, «sondern ebenso darum, die nötigen Strukturen und ein eigentliches Fundament für die Altersversorgung zu schaffen. Das umfasst ebenso Prävention, Versorgung und Wohnformen im Alter. Momentan kommen einige neue Aufgaben auf die Gemeinden zu, die ihnen der Kanton oder der Bund vorgibt.»

Alles selbst zu stemmen, sei nicht möglich, Partner zu finden daher essenziell. «Es ist wichtig, zu wissen, was uns erwartet, um uns darauf bestmöglich einstellen zu können.»

Versorgung in der Gemeinde Grüningen

Informationen, Dienstleistungen und Neues
Do, 15. Januar 2026, 18–20 Uhr, Kirchgemeindesaal

Gemeinde Grüningen / Abteilung Gesundheit
Demnächst