Im Vorfeld der Abstimmung fokussiert sich die Berichterstattung auf finanzielle Aspekte und kaum darauf, was ein Wegfall des GZO für die Gesundheitsversorgung der Oberländer Bevölkerung bedeutet. Nachfolgend einige Fakten zu diesem wichtigen Bereich.
Das GZO sichert die Spitalversorgung von 107’000 Einwohnerinnen im Oberland. Es ist auch für die Notfallversorgung der Region sehr wichtig. Im GZO werden > 60% aller Notfälle des Oberlands behandelt. Ein kantonaler Spitzenwert. Daraus resultieren bis 6000 stationäre Spitalbehandlungen pro Jahr, die Operationssäle, Geräte, Intensivpflegeplätze, Personal, Betten, etc. brauchen.
Bei einem Wegfall des GZO sind Männedorf und Uster, mit 286'000 Einwohnern im Einzugsgebiet, die naheliegenden Spitäler (Uznach ist ein kleineres Regionalspital mit nur wenigen freien Betten). Würden sich die stationären Patienten aus dem Notfall des GZO auf die Spitäler Uster und Männedorf «ergiessen», würde sich deren Anfall an stationären Notfallpatienten schlagartig um über 55% erhöhen. Die dafür notwendige Infrastruktur fehlt m.E.
Beispiele:
Anzahl Operationssäle (OPS) in Uster & Männedorf: Total 10. Zusammen mit dem Oberland würden sich neu 40'000 Einwohner einen OPS «teilen» müssen. Im Kanton ZH teilen sich nur 13'500 Einwohner einen OPS.
Betten: Auch hier würde die verfügbare Bettenzahl auf einen Drittel des Kantonswerts sinken. Stroke unit für Schlaganfallpatienten: Die jetzt zentral im GZO gelegene, unbestritten wichtige Behandlung, müsste andernorts neu aufgebaut werden, mit grösseren Distanzen für das Oberland.
Und das Problem der ungenügenden Infrastruktur nimmt mit dem Wachstum der Bevölkerung und der Anzahl älterer Patienten in den nächsten Jahren zu. Die Gesundheitsdirektion prognostiziert im Spitalbericht 2023 eine Zunahme stationärer Behandlungen von 1.9 % pro Jahr im Oberland bis 2032. Aktuelle Zahlen liegen sogar über diesem Wert (Zunahme 2024 im Kanton: 3.6%).
Bei einem Wegfall des GZO wird sich die Spitalversorgung darum für einen relevanten Teil des Oberlands in die Stadt Zürich verschieben. Verbunden mit langen Anfahrtswegen auch in Notfällen. Für mich ist darum die leider notwendig gewordene Kapitalerhöhung eine sinnvolle Investition in die Oberländer Gesundheitsversorgung im Spitalbereich und in den (Wert-) Erhalt eines für uns wichtigen und gut funktionierenden Spitals.
Quellen:
BAG: Kennzahlen Schweizer Spitäler
Gesundheitsdirektion Kanton ZH: Zahlen und Fakten zu den Spitälern, Spitalbericht 2023 aus den Datensätzen 2021–2024.