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Kommentar
Gossau ZH
27.11.2025
27.11.2025 16:40 Uhr

Merry Grinchmas

Bild: ZO24
Dieses Mal schreibt Isa über die Vorweihnachtszeit.

Hach, die Vorweihnachtszeit! Diese wunderbare, stille Zeit der Besinnung. Kerzen flackern, es duftet nach Zimt und Vanille, und draussen tanzen Schneeflocken in der Luft. Man sitzt eingehüllt in eine Decke, nippt an einer heissen Schokolade und hört Bing Crosby oder singt leise bei Wham!s «Last Christmas» mit. 

Die Kinder basteln liebevoll Sterne aus Goldpapier, und die Welt scheint – für einen kurzen, glitzernden Moment – einfach nur friedlich.

Doch schrrrrt! Zurückspulen, Realität an. Kaum hat der Oktober einmal geniest, stehen sie schon da: die Deko-Armeen in den Läden, die ein ungutes Gefühl der Hektik in mir auslösen. Zwischen Menschenmengen, Rentieren in Übergrössen, kitschigem Baumschmuck in Form von Donuts, Einhörnern oder Schokoladen-Weihnachtsmännern, die mitleiderweckend dreinschauen, als wüssten sie, dass ihr Ende naht, kämpft man sich den Weg durch die Regale. Und während man eigentlich nur Milch kaufen wollte, landen plötzlich Zimtsterne, Lichterketten und ein singender Elch im Wagen. Es scheint, als hätte Weihnachten die Herrschaft über den Einzelhandel übernommen.

Zugegeben: Irgendwo zwischen Weihnachtsguetzli, Duftkerzen und blinkenden Engeln erwacht auch in mir ein Stück kindliche Vorfreude. Doch sie verschwindet schneller, als ich «Ho ho ho» sagen kann. Dann erwacht der Grinch in mir. Er, der alles in Frage stellt, der keine Lust auf künstlichen Zauber hat und trotzdem – ganz heimlich – spürt, wie sein Herz ein Stückchen wächst. Denn mitten im blinkenden Durcheinander steckt auch in mir die Sehnsucht nach Wärme, nach Nähe und nach Innehalten.

Was zählt, ist das Zusammensein, zusammen lachen, zusammen Freude haben. Für die einen ist es eine hübsch dekorierte Stube, für andere die Weihnachtsbeleuchtung draussen.

Isabella Schütz
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