Hach, die Vorweihnachtszeit! Diese wunderbare, stille Zeit der Besinnung. Kerzen flackern, es duftet nach Zimt und Vanille, und draussen tanzen Schneeflocken in der Luft. Man sitzt eingehüllt in eine Decke, nippt an einer heissen Schokolade und hört Bing Crosby oder singt leise bei Wham!s «Last Christmas» mit.
Die Kinder basteln liebevoll Sterne aus Goldpapier, und die Welt scheint – für einen kurzen, glitzernden Moment – einfach nur friedlich.
Doch schrrrrt! Zurückspulen, Realität an. Kaum hat der Oktober einmal geniest, stehen sie schon da: die Deko-Armeen in den Läden, die ein ungutes Gefühl der Hektik in mir auslösen. Zwischen Menschenmengen, Rentieren in Übergrössen, kitschigem Baumschmuck in Form von Donuts, Einhörnern oder Schokoladen-Weihnachtsmännern, die mitleiderweckend dreinschauen, als wüssten sie, dass ihr Ende naht, kämpft man sich den Weg durch die Regale. Und während man eigentlich nur Milch kaufen wollte, landen plötzlich Zimtsterne, Lichterketten und ein singender Elch im Wagen. Es scheint, als hätte Weihnachten die Herrschaft über den Einzelhandel übernommen.