In einem Vierteljahrhundert haben mehr als die Hälfte der Milchbauern ihre Tätigkeit aufgegeben. So ist ihre Zahl innerhalb von zehn Jahren von 24’369 im Jahr 2012 auf 17’603 im Jahr 2022 gesunken – was einem Rückgang von 6’766 Milchbäuerinnen und Milchbauern entspricht. Der Rückgang ist jedoch in erster Linie strukturell bedingt, denn parallel dazu bleibt die jährlich produzierte Milchmenge mit zirka 3,4 Millionen Tonnen mehr oder weniger stabil.
Eine schwere Entscheidung
Vor einigen Jahren posierte Johan Viret stolz neben seiner Kuh Ragusa für die Plakatkampagne «Schweizer Bauern. Von hier, von Herzen.» der Basiskommunikation des Schweizer Bauernverbandes. Das war 2018, sechs Jahre nachdem er den Familienbetrieb im waadtländischen in Villars-Tiercelin übernommen und in den Bau eines neuen Stalls für seine 40 Milchkühe investiert hatte – mit dem Ziel, ihnen alle modernen Wohlfühlmöglichkeiten bieten zu können.
Anfang 2024 dann der Donnerschlag: Der Landwirt beschliesst die Milchproduktion aus verschiedenen persönlichen und finanziellen Gründen aufzugeben und sich von all seinen Kühen zu trennen. «Ich hätte den Betrieb kein Jahr mehr auferhalten können», sagt der 35-Jährige, weniger verbittert als vielmehr erleichtert über die Entscheidung und fügt an, dass er über diese Entscheidung bereits seit einiger Zeit nachgedacht habe.