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Wetzikon
18.08.2022

GZO Wetzikon: Stroke Unit für Behandlung von Schlaganfall-Patienten

Die Behandlung von Schlaganfall-Patienten wird ab 2023 im Kanton Zürich neu organisiert. Bild: AdobeStock
Personen mit einem Schlaganfall werden im GZO Spital Wetzikon ab sofort in einer neu eingerichteten spezialisierten Stroke Unit behandelt. Ab 2023 wird die Behandlung von Schlaganfällen im Kanton Zürich auf sieben Spitäler konzentriert und erfolgt im Zürcher Oberland ausschliesslich am GZO Spital Wetzikon.

Die Behandlung von Schlaganfallpatienten wird ab 2023 im Kanton Zürich neu organisiert. Nach dem Willen der Gesundheitsdirektion soll die Behandlung von Schlaganfällen im Kanton Zürich konzentriert in nur noch sieben Spitälern – statt in bislang 15 – erfolgen. Spitäler, die den entsprechenden Leistungsauftrag «Zerebrovaskuläre Störungen» erhalten haben, müssen zwingend über eine spezialisierte Abteilung, eine sogenannte Stroke Unit, verfügen.

GZO hat Auftrag erhalten

Für das Zürcher Oberland hat das GZO Spital Wetzikon den Auftrag zur Einrichtung einer solchen Stroke Unit erhalten. Der entsprechende Leistungsauftrag sei zunächst provisorisch bis Ende 2023 vergeben, bis die neu geschaffene Stroke Unit zertifiziert worden ist, schreibt das Spital in seiner Mitteilung. Nach der Zertifizierung kann die Stroke Unit dauerhaft betrieben werden.

Langjährige Zusammenarbeit mit dem Universitätsspital Zürich

Das GZO Spital Wetzikon hat bereits im Jahr 2014 die Schaffung einer Stroke Unit ins Auge gefasst und eine Zusammenarbeitsvereinbarung mit dem Stroke-Zentrum des Universitätsspital Zürich (USZ) getroffen. «Mit dem Aufbau und der schrittweisen Eröffnung der Stroke Unit Mitte Juli 2022 wurde dieses Ziel erreicht», schreibt das Spital weiter.

Die rasche und intensive Behandlung, Betreuung und Überwachung von Schlaganfallpatientinnen und -patienten erfolgt nun in einer eigenen Abteilung mit sechs Betten.

Bild: GZO Spital Wetzikon

Behandlungskonzepte und Aufklärungsarbeit

Ein interdisziplinäres Team unter der ärztlichen Leitung von PD Dr. med. Klemens Winder, einem Experten für neurovaskuläre Erkrankungen, und Fulya Uluisik, die das Pflegeteam der Stroke Unit führt, stelle die Betreuung sicher, so die Mitteilung weiter.

Prof. Dr. med. Urs Eriksson, ärztlicher Direktor (CMO) und Departementsvorsteher Innere Medizin, erklärt: «Der Aufbau der Stroke Unit ist ein qualitativer Meilenstein in der Schlaganfallversorgung unserer Region. Noch wichtiger als die Infrastruktur sind aber professionelle Behandlungskonzepte und ein spezialisiertes interdisziplinäres Behandlungsteam. Zudem ist bei der Schlaganfallversorgung der Zeitfaktor alles entscheidend. Das GZO Spital Wetzikon liefert rasche Diagnostik, unverzügliche Therapie und die notwendige Überwachung und Frühbetreuung.»

Wichtig sei es, dass die Bevölkerung für mögliche Symptome eines Schlaganfalls sensibilisiert werde, um diese frühzeitig erkennen zu können. Hier müsse das GZO sowie die Hausärztinnen und Hausärzte noch viel Aufklärungsarbeit leisten, so Eriksson weiter.

Frühzeitiger Behandlungsbeginn wichtig

In der Schweiz erleiden rund 16'000 Menschen einen Schlaganfall, der häufig tödlich endet. Der Schlaganfall ist damit die dritthäufigste Todesursache und Hauptgrund für Langzeitbehinderungen bei Erwachsenen. Denn sowohl bei Hirnblutungen als auch bei Gefässverschlüssen droht die Gefahr von irreparablen Schädigungen des Gehirns.

Bei der Behandlung zählt jede Minute

Für gewisse Behandlungen stehe nur ein Zeitfenster von 4,5 Stunden zwischen Auftreten der Symptome und den Behandlungsmassnahmen zur Verfügung, weiss das GZO Spital Wetzikon. «Daher sollten zwischen dem Auftreten des Schlaganfalls und dem Eintreffen im Spital nicht mehr als 30 Minuten verstreichen.» Denn je schneller die zielgerichtete Behandlung einsetze, desto grösser werde die Chance einer Rückkehr ins normale Leben.

Zürioberland24