Vom 18. bis 21. Februar 2026 widmet sich Klavierissimo in der Aula der Kantonschule Zürcher Oberland in Wetzikon einem der folgenreichsten Impulse der Musikgeschichte.
Diabelli und die Kraft einer Idee
Der Wiener Komponist und Musikverleger Antonio Diabelli bat 1819 Komponisten seiner Zeit, je eine Variation über einen von ihm selbst komponierten Walzer zu schreiben. Rund fünfzig folgten seinem Aufruf – darunter Hummel, Czerny, Schubert und der damals erst neunjährige Franz Liszt.
Auch Ludwig van Beethoven wurde angefragt. Statt einer einzelnen Variation schuf er die 33 Veränderungen über einen Walzer von A. Diabelli op. 120. Dieses monumentale Werk verwandelte den schlichten Walzer in ein musikalisches Universum von radikaler Vielfalt und Tiefe und zählt bis heute zu den Gipfelpunkten der Klavierliteratur.
Ein über zweihundert Jahre währender Dialog
Die Idee Diabellis wirkt bis in unsere Zeit weiter. Zahlreiche historische und zeitgenössische Variationen sind entstanden, darunter ein Zyklus von fünfzig Komponistinnen aus aller Welt. Aus einem einfachen Walzer wurde so ein über zweihundert Jahre währender musikalischer Dialog.
Klavierissimo 2026 macht diesen einzigartigen Diabelli-Kosmos in seiner ganzen Breite hörbar. Neben Beethovens Variationen stehen historische Beiträge seiner Zeitgenossen sowie moderne Werke auf dem Programm. Interpretiert werden sie von einem international besetzten Pianistinnen- und Pianistenteam, das den Diabelli-Walzer immer wieder neu beleuchtet.