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Gossau ZH
06.09.2022
09.11.2022 23:22 Uhr

ETOG – warum sich Elternmitwirkung lohnt

Die im Frühling durchgeführte Sportnacht für die Oberstufenschüler:innen wurde massgeblich vom ETOG unterstützt. Bild: ETOG
In Gossau ZH gibt es im Rahmen der Elternmitwirkung das Elternteam der Oberstufe (ETOG). Das ETOG versteht sich als Bindeglied zwischen den Eltern, den Lehrpersonen und der Schule und als Mitgestalter des schulischen Umfelds. Tsché Scherer, Präsident des ETOG, erzählt im Interview mehr darüber und warum es sich aus seiner Sicht lohnt, mitzumachen.

In der Gemeinde Gossau ZH gibt es eine institutionalisierte Elternmitwirkung, welche sich in fünf Teams aufteilt: Gossau Dorf, Bertschikon, Ottikon-Herschmettlen, Grüt sowie in ein Team für die Oberstufe. Letzteres nennt sich ETOG und wird von Tsché Scherrer präsidiert.

Wie alle Elternmitwirkungen sieht sich auch das ETOG in erster Linie als Schnittstelle zwischen den Eltern und den Lehrpersonen sowie der Schulleitung. Ziel ist, in einem regelmässigen Austausch zueinander zu stehen und sich gegenseitig zu unterstützen. Dabei ist die Elternmitwirkung und auch das ETOG mehr als einfach eine Gruppe von Eltern, die ein paar Mal im Jahr Kuchen für einen Schulanlass backt oder bei schulischen Veranstaltungen mithilft. Sie sieht sich vor allem als wichtige Vertreterin der Interessen der Kinder und Jugendlichen, will für ein gutes Klassenklima sorgen, "Stimmungsfühler" sein und das schulische Umfeld aktiv mitgestalten. Beim ETOG für die Oberstufenschüler:innen gehören beispielsweise auch Angebote im Bereich der Berufswahl dazu.

Elterndelegierte sorgen für Austausch

Das ETOG organisiert sich über ein bis zwei freiwillige Elterndelegierte pro Klasse und zählt zwischen 24 und 28 Eltern. Der Vorstand besteht aus einem Präsidenten, einem Vizepräsidenten und einem Aktuariat.

Drei bis vier Mal im Jahr treffen sich die Eltern-Delegierten mit der Schulleitung und Vertreter:innen des Lehrerteams, um sich auszutauschen, aktuelle Themen anzusprechen, um Projekte miteinander zu planen und gemeinsam umzusetzen. Das ETOG hat auch Einsitz in der Gossauer Jugendkommission, die aus Vertretenden der Kirchgemeinde, der Polizei, der Sozialbehörde und der Cevi besteht.

«Das ETOG stellt die Interessen der Kinder und Jugendlichen an der Schule Gossau in den Mittelpunkt», sagt Tsché Scherrer, Präsident des ETOG.

Im Interview erzählt er, warum er sich engagiert und warum es sich aus seiner Sicht lohnt, sich für die freiwillige Arbeit beim ETOG zu melden.

Zürioberland24: Was ist deine Funktion beim ETOG?

Tsché Scherer: Ich bin im Vorstand und Präsident. Zu meinen Aufgaben gehört das Führen und die Organisation der ETOG-Zusammenkünfte, das sind drei oder vier im Jahr, der Kontakt mit der Schulleitung, die Vernetzung mit den anderen Elternteams und der Einsitz in der Gossauer Jugendkommission.

Seit wann engagierst du dich beim ETOG?

Ich bin seit zwei Jahren dabei. Vorher war ich acht Jahre im Elternteam Gossau in der gleichen Funktion tätig.

Warum engagierst du dich? Was waren deine Beweggründe?

Ich hatte mich damals gemeldet, weil ich näher an der Schule sein wollte, weil ich die schulische Entwicklung unserer und anderer Kinder mitgestalten möchte und weil ich generell gerne etwas für Kinder und Jugendliche mache. Ich bin z. B. auch Fussball-Trainer.

«Mich freut es, wenn ich fröhliche und glückliche Kinder sehe. Wenn ich fühle, dass ich etwas gemacht oder bewirkt habe, was andere freut oder ihnen hilft.»
Tsché Scherer, ETOG-Präsident

Was findest du persönlich wichtig am Engagement für ein Projekt wie dieses – oder auch an anderen in der Gemeinde?

Für mich ist wichtig, dass man sich für eine solche Aufgabe entscheidet, nicht, «weil es sonst niemand macht», sondern weil man darin einen Sinn sieht, weil man etwas bewirken möchte und ein gewisses Herzblut reinstecken will.

Was macht dir Spass daran?

Es freut mich, wenn ich fröhliche und glückliche Kinder sehe. Wenn ich fühle, dass ich etwas gemacht oder bewirkt habe, was andere freut oder anderen hilft. Ich finde es auch spannend, hinter die Kulissen der Schule zu sehen.

Sucht Ihr noch Mitglieder?

Es werden jedes Jahr Mitglieder, sprich Elterndelegierte, gesucht. Bei neuen Klassen starten wir ja jedes Mal bei Null. Letztes Jahr ist uns das nicht so gut gelungen. Bei zwei von vier Klassen hat sich leider niemand gemeldet. Wir werden da einen neuen Anlauf nehmen müssen und hoffen, dass das bei den diesjährigen neuen Klassen besser gelingt. Die Arbeit vom ETOG soll sichtbarer werden.

«Beim Mitwirken im ETOG erhält man einen interessanten Blick hinter die Kulissen der Schule.»
Tsché Scherer

Was ist die Aufgabe eines Teammitglieds zw. eines Elterndelegierten?

Der oder die Elterndelegierte ist einerseits Bindeglied zwischen den Klasseneltern und der Lehrperson sowie zwischen der Klasse und dem ETOG. Wichtig scheint mir deshalb die enge Vernetzung mit der Lehrperson und den Eltern, um das Klassenklima zu spüren und daran mitarbeiten zu können.

Viele Lehrpersonen sind beispielsweise froh, wenn die Elterndelegierten helfende Hände für Ausflüge oder Projekte organisieren.

Was hat das ETOG bis jetzt erreicht? Bei welchen Projekten wart Ihr massgeblich beteiligt?

In den letzten beiden Jahren ist bekanntlich vieles ausgefallen oder musste verschoben werden. Die Plauschnacht letzten Frühling an der Oberstufe war ein schönes Beispiel: Die Schüler:Innen konnten eine ganze Nacht lang Sport treiben und Spass haben. Der Anlass wurde von den Turnlehrpersonen und dem ETOG organisiert. Das ETOG war auch am Anlass selbst massgeblich beteiligt und war vor Ort, hat zum Beispiel die ganze Verpflegung sichergestellt und die diversen Posten betreut. Es war ein voller Erfolg. Es gab keine Zwischenfälle, nur glückliche Kids.

Welche Themen stehen aktuell an?

Das dominierende Thema in der Oberstufe ist die berufliche Orientierung bzw. die Berufswahl. Da unterstützt das ETOG die Schüler:innen der zweiten Oberstufe mit Übungsmorgen für die Bewerbungs-Gespräche und -Dossiers. Andere Themen gehen wir spontan an. Wir haben zum Beispiel Kontakt mit dem Schülerparlament SPOG. Oder aus dem Kreis der Elterndelegierten können Themen aus den Klassen heraus entstehen, welche wir dann thematisieren. An den Zusammenkünften sind jeweils auch die Schulleitung und eine Lehrerteam-Vertretung dabei.

Was steht als Nächtes an?

Anfang Oktober machen wir einen Kochevent für die ETOG-Mitglieder, damit sich alle besser kennenlernen können und die neuen Mitglieder gleich integriert werden.

Wohin kann man sich wenden, wenn man Interesse hat?

Wir sind immer via Mail erreichbar unter: etog@schulegossau-zh.ch

Barbara Tudor