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01.09.2022
01.09.2022 10:57 Uhr

Spitalplanung 2023: Uster und Wald bleiben auf der Spitalliste

Das Spital Uster soll gemäss der präsentierten provisorischen Spitalliste nur einen provisorischen Leistungsauftrag erhalten. Bild: Spital Uster
Der Regierungsrat hat die kantonale Spitalplanung verabschiedet und die ab 1. Januar 2023 geltenden Spitallisten festgesetzt. Das Spital Uster hat weiterhin einen Leistungsauftrag des Kantons erhalten. Ebenso die Reha-Klinik in Wald ZH.

Am 15. März 2022 gab der Regierungsrat den provisorischen Strukturbericht und die provisorischen Spitallisten in eine breite Vernehmlassung. Im Rahmen der Vernehmlassung wurde der Strukturbericht und das transparente Verfahren generell positiv bewertet.

Da sich die Leistungserbringer bereits im Rahmen des Prozesses zur Spitalplanung mehrfach einbringen konnten, brachte die Vernehmlassung keine Überraschungen und keine grundlegend neuen Fakten zutage. Die Gesundheitsdirektion prüfte alle eingegangenen Anträge und Wiedererwägungsgesuche, der Strukturbericht und die Spitallisten wurden in wenigen Punkten angepasst. Auf der Basis des finalisierten Strukturberichtes hat der Regierungsrat nun die Zürcher Spitallisten 2023 definitiv festgesetzt.

25 Standorte für Akutsomatik

Die Zürcher Spitalliste 2023 Akutsomatik umfasst 25 Standorte. Gewisse Leistungen wurden konzentriert, z. B. im Bereich Schlaganfall und Polytrauma. Insbesondere legt der Kanton Wert darauf, dass bestehende Infrastrukturen nachhaltig genutzt, die Strukturen an die laufenden Entwicklungen angepasst und unwirtschaftliche Erweiterungen verhindert werden, teilt der Regierungsrat mit.

Die Stossrichtung, spezialisierte Leistungen an wenigen Standorten zu konzentrieren, wurde im Rahmen der Vernehmlassung generell gutgeheissen. Die Aufnahme eines weiteren Geburtshauses auf die Zürcher Spitalliste 2023 sowie die Stärkung der hebammengeleiteten Geburtshilfe wurden sehr begrüsst.

Lösung mit Spital Uster gefunden

«In konstruktiven Gesprächen zwischen den Spitalverantwortlichen und der Gesundheitsdirektion konnten ausserdem für die Spitäler Uster und Affoltern zukunftsfähige Lösungen gefunden werden», schreibt der Regierungsrat in seiner Mitteilung.

Beim Spital Uster war vorgesehen, sämtliche Leistungsaufträge mit Blick auf dessen Wirtschaftlichkeit nur provisorisch zu erteilen. Das Spital sollte aufzeigen, wie die Versorgungsstrukturen nachhaltig und wirtschaftlich gestaltet werden können.

Die Verantwortlichen des Spitals Uster hätten sich intensiv mit der künftigen Ausrichtung auseinandergesetzt und ein Versorgungskonzept eingereicht. Der Regierungsrat unterstütze den darin vorgesehenen künftigen Umbau der Spitalstrukturen zu mehr ambulanten und mittelfristig reduzierten stationären Leistungen sowie eine Fokussierung auf die Grund- und Notfallversorgung in der Region und die integrierte Versorgung im Bereich der Altersmedizin. Zudem würden die Spitalverantwortlichen mit grossem Engagement an der Verbesserung der Kosteneffizienz arbeiten.

Halbjahresabschluss zeigt Verbesserungen

Der Halbjahresabschluss 2022 zeige, verglichen mit früheren Zahlen, einige Verbesserungen. Auch die durchschnittlichen schweregradbereinigten Fallkosten konnten im Jahr 2021 gesenkt werden. Vor diesem Hintergrund und um die Weiterentwicklung zu unterstützen, verzichtet der Regierungsrat darauf, dem Spital die Leistungsaufträge provisorisch zu erteilen.

Zuteilung unter Auflagen

Gleichwohl sei im Sinne der bundes- und kantonalrechtlichen Vorgaben dem nicht erfüllten Wirtschaftlichkeitskriterium Rechnung zu tragen. Das Spital habe – entsprechend seinem Eventualantrag – innert einer vorgegebenen Frist nachzuweisen, dass sowohl Kosteneffizienz als auch wirtschaftliche Stabilität nachhaltig erreicht worden sind.

Dem Spital Uster werden in diesem Sinne sämtliche zugeteilten Leistungsaufträge unter der Auflage erteilt, dass es bis 31. Mai 2025 die nachhaltige Kosteneffizienz und wirtschaftliche Stabilität nachweist.

«Wir sind überzeugt, mit den erteilten Leistungsaufträgen eine zukunftsfähige Spitalversorgung für die Zürcher Bevölkerung geschaffen zu haben.»
Nathalie Rickli, Vorsteherin der Gesundheitsdirektion

Reha-Klinik Wald mit dabei

Die Zürcher Spitalliste 2023 Rehabilitation beinhaltet 21 Standorte. Mit Blick auf das Bevölkerungswachstum im Kanton Zürich sowie die zunehmende Anzahl Rehabilitationspatientinnen und -patienten, die an mehreren Krankheiten leiden, bestehe der Bedarf, die bisher meist wohnorts- und akutspitalfernen Zürcher Versorgungsstrukturen der stationären Rehabilitation um integrierte, wohnortsnahe Rehabilitationsangebote zu ergänzen.

Der Klinik Wald der Zürcher RehaZentren werden die Leistungsaufträge unbefristet erteilt. Gespräche zwischen den Zürcher RehaZentren und der Gesundheitsdirektion haben ergeben, dass die Klinikleitung kurz- bis mittelfristig Möglichkeiten sieht, Leistungen vom Standort Wald an wohnort- und akutspitalnähere Standorte zu verschieben. Konkret planen die Zürcher RehaZentren die Neurorehabilitation mit Überwachungspflichtigkeit vom Standort Wald an den Standort GZO Wetzikon zu verschieben, wo auch eine Stroke-Unit vorhanden ist. Zudem planen sie mittelfristig nach Möglichkeit weitere Leistungen vom Standort Wald an zentrums- und akutspitalnahe Standorte im Zürcher Oberland zu verschieben. Der Regierungsrat begrüsst diese Pläne.

Hohenegg und Clienia Oetwil auf der Liste

Auf der Zürcher Spitalliste 2023 Psychiatrie sind 24 Klinikstandorte vertreten. Neu erhält die Privatklinik Hohenegg einen Listenplatz für ausgewählte Leistungen im Bereich der Erwachsenen-Psychiatrie. Durch die Vergabe von Leistungsaufträgen an die Clienia Littenheid AG für einen neuen Standort im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Oetwil am See, werde die bedarfsgerechte stationäre Versorgung auch in diesem Altersbereich sichergestellt.

Neue Spitallisten gelten ab 1. Januar 2023

Die neuen Spitallisten werden ab 1. Januar 2023 gelten und berechtigen die aufgeführten Listenspitäler, im Umfang der erteilten Leistungsaufträge zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) tätig zu sein bzw. verpflichtet sie, Leistungen im Umfang der erteilten Leistungsaufträge zu erbringen und die damit verbundenen Anforderungen zu erfüllen. Mit dem Inkrafttreten der neuen Zürcher Spitallisten 2023 werden die bisherigen Zürcher Spitallisten 2012 per 31. Dezember 2022 integral aufgehoben.

Regierungsrätin Natalie Rickli, Vorsteherin der Gesundheitsdirektion, zur neuen Spitalplanung: «Die richtige Leistung, am richtigen Ort, in hoher Qualität. Mit der neuen Spitalplanung stellen wir eine bedarfsgerechte, qualitativ hochstehende und wirtschaftliche Versorgung der Zürcher Bevölkerung mit stationären medizinischen Leistungen für die kommenden zehn Jahre sicher. Wir sind überzeugt, mit den erteilten Leistungsaufträgen eine zukunftsfähige Spitalversorgung für die Zürcher Bevölkerung geschaffen zu haben.»

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