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Rüti ZH
29.03.2022
29.03.2022 16:45 Uhr

Zweckverband ehemaliges Spital Rüti will sich auflösen

Die Gemeinde Rüti ZH übernimmt das Spitalareal und die Immobilien, sofern alle bereiligten Gemeinden einverstanden sind. (Archivbild) Bild: Screenshot Google Street View
Der Zweckverband des ehemaligen Spitals Rüti will sich auflösen. Die Standortgemeinde Rüti ZH ist bereit, das Spitalareal und die Immobilien zu übernehmen und die Anteile aller beteiligten Gemeinden zu kaufen. Darüber können die Stimmberechtigten der Verbandsgemeinden im September 2022 an der Urne abstimmen.

2001 entschied die kantonale Gesundheitsdirektion, das Spital Rüti ZH aufzulösen. Seither wird das ehemalige Spital als Land- und Raumreserve «für künftige Aufgaben im Interesse der Verbandsgemeinden» genutzt, so die aktuellen Statuten.

Die Gemeinderäte aller Verbandsgemeinden haben im Herbst 2021 die Auflösung des Zweckverbands per Ende 2022 beschlossen. Zuständig für diese Entscheidung an einer Urnenabstimmung sind letztlich aber die Stimmberechtigten in allen Verbandsgemeinden.

Die Gemeinde Rüti besitzt derzeit 48 % der Anteile am alten Spital Rüti. Die verbleibenden 52 % verteilen sich auf Dürnten (20 %), Bubikon (13.5 %), Hinwil (12 %) und Hombrechtikon (6.5 %). Dieser Verteilschlüssel stammt gemäss Mitteilung aus den 1960er-Jahren, als der Zweckverband Kreisspital Rüti entstanden war. Der Verteilschlüssel regelte die Finanzierung der Betriebskosten und der Investitionen. Er setzte sich aus Grössen wie Einwohnerzahl, Finanzkraft oder Anzahl Spitaltage pro Verbandsgemeinde zusammen.

Urnenabstimmung über Auflösung

Den Verkehrswert des Areals bestimmte die ZKB 2020 mit 14.3 Millionen Franken, wie der Zweckverband in seiner Mitteilung schreibt. Falls sich die Stimmberechtigten der Verbandsgemeinden an der Urnenabstimmung vom 25. September 2022 für eine Auflösung des Zweckverbands entscheiden, kauft Rüti den anderen Gemeinden deren Anteile ab.

Dafür ist die Zustimmung sämtlicher Gemeinden erforderlich. Die Gemeinde Bubikon würde demnach 1.9305 Millionen Franken erhalten, die Gemeinde Dürnten 2.86 Millionen, Hinwil 1.716 Millionen und Hombrechtikon 0.9295 Millionen Franken. Alle Rechte und Pflichten würden mit dem Verkauf der Anteile am 1. Januar 2023 an die Gemeinde Rüti übergehen, so der Zweckverband.

Falls bei der Urnenabstimmung nicht alle Gemeinden der Auflösung des Zweckverbands zustimmen, bleibt der Zweckverband weiterbestehen. Die Statuten müssten revidiert werden, und allenfalls müssten weitere Lösungen gesucht werden, wie die Rechtsform der künftigen Trägerschaft aussehen soll.

Das neue Gemeindegesetz des Kantons Zürich verlangte eine Revision der Statuten bis Ende 2021, diese Frist wurde für den Zweckverband ehemaliges Kreisspital Rüti von der kantonalen Direktion des Innern bis Ende 2022 aufgeschoben.

Aktuelle Nutzung des Spitalareals

Zurzeit bewirtschaftet der Zweckverband die Anlagen nach kaufmännischen Grundsätzen. Unter anderem nutzen die Armee und der Zivilschutz das Areal als Rekrutierungszentren. Im einstigen Verwaltungsgebäude befindet sich das Regionalzentrum des Zivildienstes.

Das Spitalareal dient auch als Basis des Rettungsdienstes «Regio 144». Spezielle medizinische Dienstleistungen bietet das Kantonsspital Winterthur an, das dort ein Radiotherapie-Zentrum – heute ZRR – im Baurecht erstellte und seither betreibt.

Vor rund 15 Jahren wurde eine Sporthalle errichtet, schweizweit die erste Halle im «Minergie-eco»-Standard. Seit rund 20 Jahren sind 95 Prozent der Räumlichkeiten vermietet.

Zürioberland24