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Gossau ZH
20.10.2021
20.10.2021 21:04 Uhr

Reorganisation der Liegenschaftenabteilung Gossau: Nicht alle freut's

Bild: pixabay.com
Die Gemeinde Gossau ZH hat im Sommer 2021 eine Reorganisation der Liegenschaftenabteilung durchgeführt. Einige sind nicht glücklich damit.

Die Gemeinde Gossau ZH hat die Liegenschaftenverwaltung reorganisiert, der Prozess wurde anfangs August 2021 abgeschlossen. Mit der Neuausrichtung sind offenbar nicht alle einverstanden. Wie züriost.ch berichtet, haben sich anonym ein Mitarbeiter und Eltern gemeldet. Auch Zürioberland24 hat ein anonymes Schreiben zu dem Thema erhalten.

Keine standortgebundenen Mitarbeitenden

Die Reorganisation der Gossauer Liegenschaftenverwaltung hatte zum Ziel, die traditionelle Standortgebundenheit der Mitarbeitenden den aktuellen Anforderungen und Bedürfnissen anzupassen und einen ganzjährigen 7/24-Betrieb sicherzustellen. So ist ein Hauswart also nicht mehr nur für eine Anlage oder Liegenschaft zuständig, sondern wird gemäss seinen Kompetenzen an verschiedenen Orten gemäss Bedarf eingesetzt. Das bringe grössere Flexibilität im Alltag und bei Abwesenheiten.

Verunsicherter Mitarbeitender

Doch genau das scheint nicht allen der rund 30 von der Reorganisation betroffenen Angestellten zu entsprechen. Ein Hauswart sagte gegenüber züriost.ch, der anonym bleiben wollte: «Ich mache von A bis Z alles selber und pflege eine enge Beziehung zu den Benutzern der Liegenschaft.» Das sei essenziell, um den Job auszuüben und nicht mehr möglich, wenn plötzlich verschiedene Leute zuständig seien, so der Hauswart. Er liebe seine Arbeit und schätze seinen Arbeitgeber. Doch aus seiner Sicht sei die Reorganisation eine Fehlentscheidung.

Keine Überforderung, sondern Stolz

Die Gemeinde begründete die Neuausrichtung auch damit, dass die Belastung für die Mitarbeitenden durch hohe Präsenzzeiten samt Pikettdienst mittlerweile zu gross geworden sei. Das sieht der Hauswart nicht so. Ihn habe die Verantwortung über einen ganzen Gebäudekomplex stolz gemacht und nicht überfordert. Auch dass die Arbeit dadurch attraktiver werde für die Mitarbeitenden, sieht der Hauswart nicht so. Er sei sicher, dass die Qualität leiden werde.

Besorgte Eltern

Auch einige Eltern sind offenbar besorgt ob der Veränderungen. Ein Gruppe von Eltern hat sich – ebenfalls anonym – an züriost.ch gewendet. Sie seien empört und aufgebracht. Neben vielen Fragen, welche die Umstellung mit sich bringe, sei offen, weshalb von Seite Gemeinde regelrecht ein Geheimnis daraus gemacht werde. Keine Kommunikation gebe viel Raum für Spekulationen, Ängste und Frust.

Auch dass künftig verschiedene Leute in den Schulhäusern ein- und ausgehen, findet die Elterngruppe nicht gut. Für die Kinder sei so nicht ersichtlich, welche Leute fremd und welche auf dem Areal arbeiten. Auch spiele der Schulwart eine wichtige pädagogische Rolle.

Nicht alles sei neu

Auf die Kritik angesprochen, sagte Thomas-Peter Binder, Gemeindeschreiber von Gossau ZH, gegenüber züriost.ch, dass Reorganisationen einiges an Anpassungsvermögen brauche und man Verständnis habe für die Skepsis bei den Betroffenen. Man habe sich aber sehr sorgfältig mit den Auswirkungen der Reorganisation befasst. Die Bedenken der Eltern seien unbegründet. Vor allem bei den Aussenanlagen, wo der Kontakt zu den Kindern am meisten stattfinde, würden die Arbeiten meist in einem Teamverbund geplant. Allfällige Wechsel blieben somit unter Kontrolle. Zudem sei nicht alles neu. Gewisse Aufgabengebiete und Zuständigkeiten seien schon länger angepasst worden.

Keine erneute Stellungnahme

Nach Eingang des anonymen Schreibens bei Zürioberland24 und auf Anfrage bei der Gemeindeverwaltung, wollte man keine erneute Stellung dazu nehmen.

> Vollständigen Bericht auf züriost.ch lesen

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Barbara Tudor