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13.10.2021

Sie informieren mit Fachwissen und Humor

Bild: Martina Gradmann
Die Mitarbeitenden der Impfmobile sind gefordert. Sie müssen nicht nur ihr Equipment in Gemeinden mit unterschiedlichen Infrastrukturen aufbauen, sie müssen auch viele Fragen beantworten und Fake-News klar stellen.

Das Impfmobil ist auf den Parkplatz gerollt und die Mitarbeitenden beginnen das Equipment auszuladen. Dann werden die Zelte in denen geimpft wird und dasjenige für den Wartebereich aufgebaut, Stromkabel verlegt und der Computer für die Anmeldung installiert. Es ist ein eingespieltes Team und man merkt, sie machen das nicht zum ersten Mal. Claudia und Manuela sind im Impfzentrum Uster angestellt und jetzt mit dem Impfmobil unterwegs, heute auf dem Parkplatz beim Restaurant Bahnhof, eingangs des Grüninger Landvogteimarktes. Unzählige Menschen laufen vorbei, werfen einen kurzen Blick auf die Mitarbeitenden in ihren blauen Jacken und strömen weiter in Richtung Markt. 

Das Team ist eingespielt, der Aufbau funktioniert problemlos. Bild: Martina Gradmann

Seit die Zertifikatspflicht im September ausgeweitet wurde, kämen viel häufiger Leute zum Impfen, die nicht eigentlich wollten, sondern sich genötigt fühlten, erzählen die beiden. «Bevor wir impfen, stellen wir immer die Frage, ob die Person einverstanden ist, dass wir sie jetzt mit Moderna impfen und dazu brauchen wir ein klares Ja oder Nein. Ein «dann halt» geht für uns nicht», erklärt Manuela. Ein Impfwilliger müsse mit einem Ja sein Einverständnis geben, sonst könnten sie nicht impfen. 

Oft müssen die beiden Fragen zu allfälligen Nebenwirkungen und Langzeitfolgen beantworten. Geduldig geben sie Auskunft und freuen sich, wenn sie den Impfwilligen ein gutes Gefühl vermitteln können. «Leider kursieren immer noch viele Falschmeldungen zur Impfung, die wir meist ausräumen können», sagt Claudia. Und wenn sie fachlich nicht durchkommt, dann öfter Mal mit Humor, was viele schätzen. 

Leider kommen auch Pöbeleien vor

Nicht immer läuft alles so unspektakulär ab, wie an diesem Sonntag in Grüningen. Während die Mitarbeitenden des Impfmobils den Menschen in den Gemeinden den unkomplizierten Zugang zur Impfung ermöglichen wollen, müssen sie sich oft auch den Ärger über die Massnahmen anhören. «Mit Impfgegnern über Massnahmen zu diskutieren hat keinen Sinn», sagt Claudia. Sie mache diesen Leuten dann jeweils klar, dass sie neutral wie die Schweiz und hier sei zum impfen sei, und dies mit einem Augenzwinkern. Doch sie bestätigt, dass es auch schon zu Pöbeleien gekommen sei und die Polizei habe eingreifen müssen. Deshalb steht jetzt auch immer ein Securitas vor dem Impfmobil, der aufgebrachte Bürgerinnen und Bürger beruhigen kann. 

In Grüningen bleibt die Nachfrage nach Impfungen bis zum Abend bescheiden. Nur und 30 Impfdosen habe man verabreichen können, sagen die beiden. Doch das sei in Ordnung und besser als nichts. «An manchen Orten ist es mehr, an anderen weniger. Wir sind hier um etwas Gutes zu tun und wenn wir 30 Menschen erreichen konnten, ist das doch positiv.»

Martina Gradmann