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18.07.2021
18.07.2021 18:37 Uhr

Dauerregen bringt Kartoffelfäule und Pilz

Bild: Sara Kunz / Früchtehof Grüningen
Es ist kein einfaches Jahr für viele Bauern, auch im Zürcher Oberland nicht. Erst grosse Schneemengen, dann Frostnächte und jetzt der Dauerregen lassen die Ernteerträge schwinden. Das viele Wasser auf den Feldern macht ein Ernten fast unmöglich.

«Ich kann momentan gar nicht mehr in den Acker reinfahren, die Böden sind so nass, dass ich gleich darin versinken würde», sagt Adrian Kunz, Bio-Bauer auf dem Früchtehof in Grüningen. Sorgen mache ihm vor allem der Pilz, der die Feuchte liebe und nicht nur die Kartoffeln, sondern auch die Obstbäume befalle und im Moment überhand nehme.  «Wir haben bei den Kirschen einen grossen Faulanteil und auch bei den Äpfeln wird der Anteil an Lageräpfeln dieses Jahr sicher kleiner ausfallen».

Mais kann nicht wachsen

Auch der Mais sei für diese Jahreszeit noch viel zu niedrig. An vielen Orten sei dieser durch Hagel geschädigt oder durch die Kälte ausgebremst worden. «Mais liebt sommerliche Temperaturen zwischen 28 und 30 Grad», weiss Kunz. Auch wenn sich das Wetter in den kommenden Tagen erholen sollte und bald keine Seen in den Feldern mehr zu sehen seien, seien die Böden noch immer komplett durchnässt.

Auch der Co-Präsident des landwirtschaftlichen Bezirks Hinwil, Heinrich Joss, bestätigt, dass viele Bauern in der Region betroffen seien. «Wenn es weiter regnen sollte, werden die Kartoffeln verfaulen und die Ernte massiv schlechter als in anderen Jahren». Und wie Kunz bestätigt er, dass man mit Maschinen momentan auf keinen Fall in die Felder fahren könne, weil die Räder in den nassen Böden versinken würden. «Das heisst, wir können im Moment nicht ernten oder wenn, dann nur von Hand», sagt Joss. Weniger betroffen seien die Gemüsebauern, weil diese Fahrspuren hätten, obwohl auch dort der Faulanteil gestiegen sei. «Schlimmer sei, dass die Gemüsebauern im Moment nicht setzen können und sich alles verzögert». 

  • Wegen des Dauerregens kann der Mais nicht wachsen. Bild: Sara Kunz / Früchtehof Grüningen
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  • Die Kartoffeln bekommen Krautfäule, das Wasser liegt in den tiefen Stellen des Ackers. Bild: Sara Kunz / Früchtehof Grüningen
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  • Statt sommerlicher Temperaturen wurde das Maiswachstum durch Hagel und Kälte ausgebremst. Bild: Sara Kunz / Früchtehof Grüningen
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Überall in den Feldern sind Seen

Es gebe kaum eine landwirtschaftliche Parzelle, wo sich nicht vorübergehend ein See gebildet habe, sagt Joss, und das werde wohl noch eine Zeitlang so bleiben. So könne auch das Getreide nicht trocken, würde teilweise auskeimen und sei als Getreidemehl nicht mehr brauchbar. Doch auch er weiss, die Rechnung werde erst Ende Jahr gemacht. Erst dann könne man abschätzen, wie sich die diesjährigen Wetterkapriolen auf die Ernte ausgewirkt hätten.

Auch die Familie Kunz bleibt einigermassen gelassen. «Wir können so oder so nichts daran ändern, also nehmen wir es hin und vertrauen darauf, dass es schon gut kommt».

Martina Gradmann