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50plus
27.06.2021
27.06.2021 18:48 Uhr

Gut vorbereitet in die Pension

Es lohnt sich, die Pension rechtzeitig zu planen. Bild: unsplash
Geht's bald in Pension? Es lohnt sich, sich rechtzeitig zu informieren und alles Notwendige in die Wege zu leiten.

Mit der Pensionierung steht nicht nur ein bedeutender neuer Lebensabschnitt bevor. Es gibt auch so einiges zu organisieren. Das tut Mann bzw. Frau am besten frühzeitig.

Nicht bis zur Pensionierung warten

Um die Pensionierung gut zu planen und keine bösen Überraschungen zu erleben, sollte man bereits im Alter zwischen 50 und 55 Jahren über die Bücher gehen. Das Vermögenszentrum (VZ) beispielsweise empfiehlt, eine Übersicht über das Vermögen wie Immobilien, Kontoguthaben, Vorsorgegelder usw. sowie über die Schulden wie z.B. die Hypothek zu erstellen. Auch die Verfügbarkeit der einzelnen Vermögenswerte sollte notiert werden. Weiter sollte ein Budget erstellt werden, ob die voraussichtlichen Einnahmen nach der Pensionierung ausreichen, um die Ausgaben zu decken. Falls eine Einkommenslücke besteht, sollte ermittelt werden, wie viel zusätzliches Geld benötigt wird. Mit einem entsprechenden Plan sollte dieses Kapital dann bis zur Pensionierung angespart werden.

Viele Banken bieten Online-Renten-Berechnungen an wie zum Beispiel die ZKB. Die können einen ersten Überblick geben, ersetzen aber wohl nicht eine genaue Prüfung durch einen erfahrenen Berater. Je nach Situation macht die Prüfung durch mehrere unabhängige Berater Sinn.

5 Jahre vorher mit der Planung beginnen

Mit der Planung der eigenen Pensionierung sollte man nicht bis zum Pensionsjahr warten, sondern sich schon ca. fünf Jahre vorher damit beschäftigen. Beispielsweise ist dann oft die letzte Gelegenheit, um sich steuerlich vorteilhaft in die Pensionskasse einzukaufen. Weitere Punkte:

  • Datum der Pensionierung festlegen.
  • Abklären, welchen Teil des Pensionskassen-Guthabens man als Kapital beziehen kann und welche Anmeldefrist man beim Kapitalbezug einhalten muss. Dabei sollte man sorgfältig prüfen, ob ein Renten- oder Kapitalbezug das Richtige ist. Entscheidet man sich für einen Kapitalbezug, muss man diesen rechtzeitig bei der Pensionskasse anmelden.
  • Wohnsituation: Haus behalten oder lieber in eine Eigentumswohnung ziehen? Die Amortisation der Hypothek sollte geprüft und die Laufzeiten gegebenenfalls angepasst werden. Wenn die künftige finanzielle Situation tiefere Mietkosten erfordert, sollte rechtzeitig nach einem geeigneten, günstigeren Objekt gesucht werden.
  • Jetzt sollte festgelegt werden, wann die Vorsorgeguthaben aus der zweiten Säule und der Säule 3a bezogen werden wollen. Die Verteilung der Bezüge auf mehrere Jahre kann steuerliche Vorteile haben.
  • Einen detaillierten Finanzplan erstellen, der die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben sowie des Vermögens bis zur Pensionierung und der Zeit danach aufzeigt.

1 Jahr vorher: Nachlass regeln

Ein Jahr vor der Pensionierung sollte das Vermögen so umgeschichtet werden, dass das Einkommen langfristig gesichert ist. Auch die Anlagestrategie sollte entsprechend angepasst werden. Je nach Situation macht es Sinn, einen geeigneten Vermögensverwalter auszuwählen. Auch sollte man sich jetzt spätestens um den Nachlass kümmern (Testament, Ehevertrag, Erbvertrag, Patientenverfügung usw.). Unter Umständen macht es auch Sinn, für die letztwillige Verfügung einen Willensvollstrecker einzusetzen.

Ein halbes Jahr vorher: AHV informieren

Damit die erste Rente pünktlich überwiesen wird, sollte man der AHV-Zweigstelle mindestens ein halbes Jahr vor der Pensionierung den letzten Arbeitstag anmelden. Auch wenn der Bezug der Rente aufgeschoben werden soll, sollte dies der AHV schon mitgeteilt werden. Der Beitrag für die Säule 3a muss in dem Jahr, in dem man in Pension geht, vor dem Datum der Pensionierung einbezahlt werden.

Wenn die Pensionierung gekommen ist...

Auch nach der Pensionierung sollte man sich um einige Fragen kümmern. Beispielsweise, ob der Ehepartner AHV-Beiträge zahlen muss, falls er noch nicht im AHV-Alter oder nicht erwerbstätig ist. Wer über das ordentliche Pensionsalter hinaus erwerbstätig bleibt, darf weiterhin in die Säule 3a einzahlen. Männer bis 70, Frauen bis 69. Ob sich das lohnt, sollte individuell geprüft werden.

Frühpensionierung

Wer sich frühpensionieren lassen will, sollte sich ergänzend um folgende Themen kümmern:

  • Abklären, wann die Pensionskassenleistungen und die AHV-Rente frühestens bezogen werden können. Die voraussichtlichen Altersrenten für den gewünschten Pensionierungszeitpunkt sollte man sich von der AHV-Ausgleichskasse und der Pensionskasse berechnen lassen.
  • Einige Arbeitgeber unterstützen Mitarbeitende bei ihrem vorzeitigen Ausstieg finanziell, zum Beispiel mit Überbrückungsrenten bis zum regulären Pensionsalter. Ob sich ein Vorbezug der AHV- und Pensionskassenrente beziehungsweise der Bezug einer Überbrückungsrente lohnt, sollte gut geprüft werden. Allenfalls lohnen sich auch andere Möglichkeiten zur Überbrückung wie zum Beispiel den frühzeitigen Bezug von 3a-Guthaben.
  • Nach der Frühpensionierung muss man sich bei der AHV-Ausgleichskasse melden und AHV-Beiträge für Nichterwerbstätige bezahlen. Weil jede Beitragslücke eine Kürzung der Rente zur Folge haben kann, sollte man sich nach Möglichkeiten erkundigen, wie die AHV-Beiträge gesenkt werden können (z.B. über eine Teilpensionierung oder einen Nebenerwerb).
Barbara Tudor