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Freizeit
23.06.2021

St.Galler erfinden weibliche Jasskarten

Noelle, Andrin und Noah haben weibliche Jasskarten kreiert. Bild: zVg
Um ein Zeichen für Gleichberechtigung zu setzen, haben drei HSG-Studenten eine weibliche Version von Jasskarten lanciert und wurden von Anfragen und positiven Reaktionen geradezu überrumpelt.

Die drei Studenten Andrin Salaorni, Noelle Artho und Noah Fankhauser studieren zurzeit Betriebswirtschaftslehre im zweiten Semester an der Universität St.Gallen. Als sich die drei während der Lernphase am Abend zu einigen Jassrunden getroffen haben, kam das erste Mal die Idee mit den weiblichen Karten auf. «Irgendwann ist uns aufgefallen, dass alle Karten auf dem Tisch männlich sind», sagt Andrin. Das habe die drei stutzig gemacht und sie machten sich auf die Suche nach weiblichen Karten – doch fündig wurden sie nicht. Überall waren nur Herren abgebildet.

«Mädchen», «Dame» und «Königin»

Also haben es die St.Galler*in selbst in die Hand genommen und gestalteten ihre eigenen Karten. «Unsere Hauptmotivation war es, eine Alternative zu den männlichen Jasskarten zu bieten und auf spielerischem Weg auf Gleichberechtigung aufmerksam zu machen. Der politische Aspekt stand eher im Hintergrund», so der 20-jährige BWL-Student.

Eine bestimmte Gesichtsvorlage hätten sie nicht gehabt: Die männlichen Karten wurden etwas abgewandelt und weiblicher gemacht. Ziel sei es gewesen, dass man keine komplett neuen Karten gestaltet, sondern die Jasskarten ihren Wiedererkennungswert behalten. Es sollte direkt klar sein, welche Karte dargestellt wird. «Ich denke, dass uns dies relativ gut gelungen ist», sagen die Studenten. «Under», «Ober» und «König» heissen neu «Mädchen», «Dame» und «Königin». Über Instagram starteten sie dann erste Vertriebsversuche.

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Mehrere Hundert Karten verkauft

Die aussergewöhnliche Aktion kam so gut an, dass das Trio von den ganzen Anfragen überrumpelt wurde: «Viele, die bestellt haben, haben uns dann geschrieben, dass sie das Projekt mega cool finden. Natürlich gibt es immer Leute, die keine Fans sind und unser Projekt unnötig finden, aber das ist uns egal. Wir freuen uns, dass wir einen kleinen Beitrag zur Gleichstellung leisten können», so Andrin.

Die St.Galler*in haben bereits über 200 Sets gekauft. Diese werden in Amriswil produziert. Ein Kartenset kostet 9.90 Franken. Ziel sei es, etwa 1'000 Sets zu verkaufen. Dann überlege man sich weitere Schritte. «Wir wurden sogar angefragt, ob wir die Karten auf Französisch rausbringen können. Aber das steht noch in den Sternen.»

Die Jasskarten können auf Instagram oder über E-Mail bestellt werden.

Matilda Good/stgallen24