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Gesundheit
05.11.2022
05.11.2022 11:49 Uhr

Zu Hause leben mit Demenz

Gegenüber einer Pflegeeinrichtung kann das zu Hause wohnen für Demente durchaus einige Vorteile bieten. Bild: Pflegehilfe Schweiz
Im eigenen Zuhause wohnen mit Demenz – geht denn das überhaupt? Was im ersten Moment vielleicht nach einem Widerspruch in sich selbst klingt, ist für viele Menschen in der Schweiz Realität.

Gemäss dem Bundesamt für Statistik beläuft sich im Jahr 2022 die Zahl demenzkranker Menschen in der Schweiz auf rund 150'000. Jedes Jahr kommen rund 32’200 Neuerkrankungen hinzu.

Ob mit Angehörigen oder ohne, viele der Betroffenen hegen den Wunsch, möglichst lange zu Hause in vertrauter Umgebung wohnen zu bleiben. Doch gibt es bei der Erfüllung dieses Wunsches einige Hürden zu beachten.

Die Herausforderungen der Erkrankung

Die Diagnose Demenz ist für Erkrankte sowie für das familiäre Umfeld eine grosse Anpassung. Auch wenn die Entwicklung von Demenz oft schleichend verläuft, gilt es, die neuen Herausforderungen ernst zu nehmen und sich bewusst zu sein, wie die Krankheit sich entwickeln wird und auf das Leben der betroffenen Person auswirken kann.

Mit der Krankheit verschlechtern sich etwa die kognitiven Fähigkeiten der betroffenen Person, wie die Organisation Alzheimer Schweiz warnt. Das Erinnerungsvermögen lässt nach, und logisches Denken sowie räumliche und zeitliche Orientierung können immer schwerer fallen. Auch fühlen sich erkrankte Menschen im Alltag leichter überfordert und interpretieren Ereignisse oder Gegenstände anders.

Das wirkt sich stark auf den Alltag aus. Um ohne grosses Gefahrenrisiko auch weiterhin zu Hause leben zu können, gilt es daher, einige wichtige Dinge zu beachten.

Anpassung der Wohnumgebung

Gegenüber einer Pflegeeinrichtung kann das zu Hause wohnen für Demente durchaus einige Vorteile bieten. Tatsächlich ist es sogar so, dass der Umzug in eine fremde Umgebung, wie beispielsweise ein Heim, den Zustand der betroffenen Person verschlechtern kann.

Trotzdem gilt es, die Wohnumgebung der neuen Herausforderung entsprechend anzupassen. Alzheimer Schweiz schreibt, dass das oberste Ziel der Anpassungen im eigenen Daheim dazu dienen soll, dass Betroffene sich sicher bewegen und selbständig im Alltag zurechtfinden können, ohne dabei ständig von Misserfolgen gestraft zu werden.

So könne man beispielsweise die Anzahl Möbel und Gegenstände im Haus auf das Nötigste reduzieren, um die Orientierung zu vereinfachen. Das heisst jetzt allerdings nicht, dass die lieb gewordenen Erinnerungsstücke rausgeschmissen werden müssen. Tatsächlich sollten vertraute Gegenstände bleiben, um eine heimelige Atmosphäre beizubehalten.

Orientierung bleibt allerdings ein Stichwort für Demenzerkrankte. Um Räume und die Wohnung selbst zu finden, können beispielsweise gut lesbare Schilder oder einfache Zeichnungen (Piktogramme) an Türen angebracht werden. Auch sollten Orientierungshilfen für den nächtlichen Gang zur Toilette geschaffen werden, zum Beispiel mit Leuchtsteckern. Für eine zeitliche Orientierung sind gut sichtbare Kalender eine ausgezeichnete Hilfe.

Das soziale Umfeld erhalten

Ein weiterer Vorteil des zu Hause Wohnens, der nicht unterschätzt werden sollte, ist das soziale Netzwerk der an Demenz erkrankten Person. Durch einen Umzug in ein Pflegeheim wird die betroffene Person häufig aus dem ihr bekannten sozialen Umfeld gerissen. Dies könnte Folgen haben. Freunde, Nachbarn, Familie: sie alle tragen zur Lebensqualität bei.

Auf der anderen Seite ist es wichtig, dass diese Beziehungen nicht überwiegend von der Demenzerkrankung belastet werden. Angehörige sind oft die ersten, welche die Betroffenen pflegen – und das kann nicht nur den Alltag sehr erschweren, sondern sich auch negativ auf die familiäre Beziehung auswirken.

Aus diesen Gründen ist es sehr empfehlenswert, professionelle Hilfe zu engagieren. Mit einer Seniorenbetreuung im eigenen zu Hause, wie sie beispielsweise von Pflegehilfe.ch angeboten wird, ist sichergestellt, dass nicht nur das Wohnen im eigenen zu Hause weiterhin möglich bleibt, sondern auch, dass die Lebensqualität beibehalten wird und der soziale Kreis erhalten bleiben kann. Mit der zusätzlichen Hilfe im Haushalt und einer Struktur wie Sicherheit im Alltag, die der neuen Herausforderung Demenz gerecht wird, steht einem angenehmen Leben zu Hause also nichts im Weg.

> weitere Informationen

Pflegehilfe Schweiz