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Grüningen
29.09.2022
03.10.2022 14:52 Uhr

Schulraumerweiterung: Stellungnahme des Gemeinderats

Aufstockung Ansicht Südwest Bild: zvg
Der Gemeinderat hat zu Handen der Urnenabstimmung vom 27. November 2022 die Aufstockung des Schulgebäudes Aussergass 3 mit einem dritten Stockwerk mit einem Gesamtkredit von CHF 3 890 000 genehmigt. In diesem Betrag sind die Projektierungskosten von CHF 425 000 enthalten. Gleichzeitig soll den Stimmberechtigten auch die Realisierung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Schulgebäudes Aussergass 3 mit Kosten von CHF 100 000 zur Genehmigung unterbreitet werden.

Aufgrund der regen Bautätigkeit in den vergangenen Jahren, geplanter Bauvorhaben, des aktuellen Generationswechsels in Einfamilienhaus-Gebieten sowie der noch vorhandenen Baulandreserven zeigt sich, dass die Schülerzahlen kontinuierlich steigen werden und ab dem Schuljahr 2023/2024 ein Schulzimmer fehlen wird. Bereits in den letzten fünf Jahren hat die Schülerzahl durch neu überbaute Gebiete stark zugenommen (2017/18 330  Schüler/innen; Prognose 2025/26 481 Schüler/innen).

Die Möglichkeiten, diese zusätzlichen Schülerinnen und Schüler in den heute vorhandenen Räumlichkeiten der Schule unterzubringen, sind nicht vorhanden.

Verschiedene Varianten geprüft

Es wurden verschiedene Möglichkeiten zur Schaffung von Schulraum geprüft, jedoch festgestellt, dass für die Umnutzung bestehender  Räumlichkeiten in der Schulanlage Aussergass kein Spielraum vorhanden ist. Andere Räumlichkeiten in der Gemeinde liegen meist dezentral, müssten umgebaut werden oder entsprechen nicht den Vorgaben der Bildungsdirektion. Zudem lassen sich solche Lösungen nur schwer in einen effizienten Schulbetrieb integrieren.

Die Schullandschaft hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Neue Lehr- und Lernformen verlangen zusätzlichen Raum. Solche Vorgaben sind seit 2005 im kantonalen Volksschulgesetz verankert und müssen zwingend eingehalten werden.

Container nur vorübergehende Lösung

Eine Containerlösung könnte eine Entlastung bringen, ist aber durch die momentane Weltlage und die Flüchtlingssituation kostenintensiv und nur  eine vorübergehende Lösung, da sich die Schülerzahlen (Stand heute) auf absehbare Zeit nicht verringern. Daher wurde im Gemeinderat in Absprache mit der Schulpflege entschieden, das neue Schulgebäude Aussergass 3, Schlüssberg-Str. 10, aufzustocken. Bereits im Rahmen der Planung des Schulgebäudes Aussergass 3 wurde eine spätere Aufstockung des Gebäudes mitberücksichtigt und es wurden diverse Punkte bei der Umsetzung vorgesehen wie Steigzonen, Treppen- und Liftdurchbruch, Tragwerk und Brandschutz. Mit einem zusätzlichen Stock können vier Schulzimmer, drei Gruppenräume, ein Putzraum, ein Lager-/Kopierraum sowie eine WCAnlage realisiert werden. Für eine Aufstockung spricht insbesondere, dass nicht jahrelange Provisorien gebaut werden, sondern damit längerfristig genügend Schulraum geschaffen werden kann. Zudem sind für geplante Sanierungen der Schulbauten AG1 und AG2 genügend Ausweichmöglichkeiten vorhanden.

Schulräume im zweiten Obergeschoss. Bild: zvg

Grosse Dringlichkeit

Für die Umsetzung des Projekts besteht aufgrund der engen Raumverhältnisse eine grosse Dringlichkeit. Stimmen die Stimmberechtigten am 27. November 2022 dem Gesamtkredit «Schulerweiterung Aussergass 3» zu, sollen die lärmintensiven Durchbruchsarbeiten in den Frühlingsferien 2023 ausgeführt werden. Die Fertigstellung ist in den Sommerferien 2023 und die Inbetriebnahme auf das neue Schuljahr 2023/24 geplant. Der Schulbetrieb kann während der Aufstockungsphase weitergeführt werden. Handwerkszugänge sind vom normalen Schulbetrieb getrennt ausgelegt.

Der Gemeinderat hat die geplante Investition für die neue Aufstockung Aussergass 3 unter Berücksichtigung der übrigen anstehenden Investitionen vom Finanzberater der Gemeinde, Alfred Gerber, überprüfen lassen. Dabei zeigen sich die folgenden Erkenntnisse:

  • Zur Finanzierung der Investitionskosten von CHF 3 990 000 für die Aufstockung Aussergass 3 wird maximal ein Darlehen von CHF 1 500 000 benötigt. Die ausgewiesenen anfallenden Investitionsfolgekosten für die Politische Gemeinde von rund CHF 122 000 für die Abschreibungen und zirka CHF 30 000 für Zinsen führen zu einem erhöhten Aufwand in der Erfolgsrechnung. Für den zusätzlichen Personal- und Sachaufwand werden im Finanzplan CHF 60 000 berücksichtigt.
  • Da ab 2023 mit einem höheren Ressourcenausgleichsbetrag sowie neu mit einem Beitrag des Kantons an die Strassenlasten von jährlich zirka CHF 350 000 gerechnet werden kann, können die finanziellen Mehrbelastungen der Erfolgsrechnung durch die Aufstockung Aussergass 3 aufgefangen werden. Eine Steuerfusserhöhung ist aufgrund der Investitionen nicht notwendig.
  • Die langfristigen Berechnungen zeigen, dass mit den Investitionsausgaben die Nettoschuld Ende 2023 auf zirka CHF 11 000 000 steigen wird. Bereits ab 2024 kann die Nettoschuld stufenweise reduziert werden. Ende 2027 wird die Politische Gemeinde noch eine Nettoschuld von zirka CHF 7 000 000 ausweisen.
  • Der Gemeinderat empfiehlt den Stimmberechtigten, den Gesamtkredit über CHF 3 890 000 inklusive des bereits bewilligten Projektierungskredits von CHF 425 000 für den Neubau eines dritten Stockwerks auf dem Schulgebäude Aussergass sowie den Zusatzkredit über CHF 100 000 für eine Photovoltaikanlage auf dem Dach zu genehmigen.

Quelle: Auszug aus dem Verhandlungsbericht vom 31. August 2022. Der vollständige Bericht kann unter www.grueningen.ch eingesehen werden.

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