Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Grüningen
19.09.2022
19.09.2022 11:18 Uhr

Viel Wissenswertes zur Honigproduktion

Rebekka Latzer erzählt, wie Bienen leben. Bild: Martina Gradmann
Imker Rebekka und Christoph Latzer produzieren in Grüningen ihren eigenen Honig. Am Themenspaziergang der SVP Grüningen informierten sie rund 25 Interessierte über die Honigproduktion.

«Wir sind sogenannte Jung-Imker, weil wir das erst seit 2018 machen», erklärte Christoph Latzer den Anwesenden am 18. September beim Themenspaziergang der SVP Grüningen. Das Wissen, das er und seine Frau mittlerweile angesammelt haben, ist bemerkenswert und verdeutlichte vielen den Vorgang der Honigproduktion. 

«Es fängt an mit einem Schwarm. Das Volk teilt sich und schwärmt aus», erklärte Latzer. Damit die Königin mitschwärmen könne, werde sie weniger gefüttert, lege weniger Eier und werde dadurch leichter. Ein solcher Schwarm sammle sich dann meist an einem nahegelegenen Baum und könne eingefangen und in eine Kiste verfrachtet werden. Anschliessend gehe es zur Beruhigung der Tiere für drei Tage in "Kellerhaft". «Bienen, die schwärmen, sind grundsätzlich friedlich, es können aber bis zu 20'000 Bienen in so einem Schwarm sein», sagte Latzer.

Dunke Honigbiene in Grüningen

Ein Bienenvolk bestehe aus Königin, Arbeiterinnen und Drohnen, führte Rebekka Latzer weiter aus. Während die Königin bis zu fünf Jahren leben könne, sei die Lebenszeit von Arbeiterinnen nur gerade sechs Monate, die der Drohnen sogar nur 50 Tage. «Es gibt über 600 Bienenarten in der Schweiz, bei uns heimisch ist vor allem die dunkle Honigbiene.»

Rebekka betonte, wie wichtig die Biodiversität für die Bienennahrung (Pollen) sei und wie wichtig die Bienen wiederum für die Bestäubung seien. Während der Blütenhonig, wie es der Name sagt, von Blüten stammt, wird der Waldhonig aus der Absonderung der Läuse produziert. Der gewonnene Harz werde zudem für den Wabenbau genutzt und nehme die Funktion einer eigentlichen antibakteriellen Schutzschicht ein.

Christoph Latzer imkert mit Schweizer Kästen. Bild: Martina Gradmann

Die Königin charakterisiert das Volk

Der Spaziergang führte vom Werkhof über den Schlüssberg zum Gelände von Berni Schmid, wo Latzers einen Bienenstand haben. Dort zeigte Latzer diverse Utensilien, die er zum Imkern braucht und zeigte den Zuhörer:innen, wie knifflig es ist, eine Königin auszuzeichnen

«Die Königin gibt dem Volk den Charakter. Ist das Volk aggressiv oder böse, kann man natürlich die Königin austauschen, aber wahrscheinlicher ist, dass man ein solches Volk abschwefelt.» Ein grösseres Problem seien allerdings die Varroamilben, welche die beiden Imker mit Ameisensäure zu bekämpfen versuchen.

Bei der Arbeit mit den Bienen wird vor allem Rauch eingesetzt. Bild: Martina Gradmann

Honig mit heilender Wirkung

Zweimal im Jahr wird der Honig geerntet, abgedeckelt und geschleudert. Den komplexen Verarbeitungsprozess zeigen die beiden an ihrem Wohnort in Grüningen. Je nach Jahr können die Latzers bis zu 300 Kilogramm Honig gewinnen, den sie zuhause und im Hofladen von Werni Sauer verkaufen.

Am letzten Standort in Itzikon konnte der Honig der Latzers probiert werden, während Rebekka Latzer noch Wissenswertes von der medizinischen Anwendung von Honig erzählte. «Gerade bei Erkältungen kann Tee mit Honig helfen. Allerdings nur, wenn man den Honig in den lauwarmen Tee gibt. Honig darf man nicht über 40 Grad erhitzen, sonst verliert er seine Wirkung», so Rebekka Latzer. Wurst und Bier bildeten den Abschluss eines gelungenen Themenspaziergangs.

  • Kleinste Punkte mit Nummern bezeichnen die Königinnen. Bild: Martina Gradmann
    1 / 4
  • Die Waben zu ernten ist das Eine, das Verarbeiten das Andere. Bild: Martina Gradmann
    2 / 4
  • Der Honig wird geschleudert. Bild: Martina Gradmann
    3 / 4
  • Blütenhonig hat eine andere Farbe als Waldhonig. Bild: Martina Gradmann
    4 / 4
Martina Gradmann