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Rüti ZH
08.09.2022
08.09.2022 15:52 Uhr

Strompreise in Rüti steigen um 33 Prozent

Bild: AdobeStock
Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und die massiv gestiegenen Einkaufspreise für Strom sowie die deutlich gestiegenen Stromnetz-Tarifen von Swissgrid zwingen auch die Gemeindewerke Rüti (GWR) zu höheren Preisen ab Januar 2023. Der Strompreis steigt für private Haushalte um rund 33 Prozent an, fürs Gewerbe um 43 Prozent.

Wie die Gemeinde Rüti mitteilt, schlägt sich die Erhöhung im Haushalts-Budget einer Rütner Familie mit Mehrkosten von jährlich 300 Franken nieder. Familien verbrauchen im Durchschnitt rund 4500 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr. Monatlich hat diese Durchschnitts-Familie im nächsten Jahr also rund 25 Franken Mehrausgaben für Strom im Monat.

Vorausschauender Stromeinkauf lohnt sich

Der Strompreis für das Jahr 2023 setzt sich zusammen aus Strom, den die Gemindewerke Rüti (GWR) schon 2020, 2021 und 2022 eingekauft haben, so die Mitteilung weiter. Der massive Anstieg des Strom-Einkaufspreises in diesem Jahr werde der Kundschaft 2023 also erst in sehr abgeschwächter Form weiterbelastet.

Allein in diesem Jahr habe sich der Einkaufspreis für Strom auf dem europäischen Gross­handelsmarkt um 500 Prozent erhöht. Konnten die GWR zu Jahresbeginn beispiels­weise für 1000 Franken eine bestimmte Menge Strom einkaufen, mussten sie Ende August bereits 6000 Franken für die gleiche Strommenge zahlen.

Auch Gewerbe betroffen

Die stark steigenden Energiekosten wirken sich auch auf die Strompreise für Gewerbe­betriebe aus. Der Aufschlag für diese GWR-Kundengruppe belaufe sich auf etwa 43 Prozent. Dieser Tarif gelte für Unternehmen, die weniger als 100'000 Kilowattstunden Strom verbrauchen.

Preisentwicklung kaum abschätzbar

Die Gemeindewerke Rüti haben keine eigenen Stromproduktions-Kapazitäten. Dies im Unterschied zu den EWZ der Stadt Zürich, die beispielsweise in den Bergen mit eigenen Wasserkraftwerken Strom produzieren. Die Gemeindewerke Rüti müssen also den allergrössten Teil des Stroms für die Kundschaft in ihrem Versorgungsgebiet einkaufen.

Es sei kaum abschätzbar, wie sich die Lage am Energiemarkt in der nächsten Zukunft entwickle, eine Vorhersage über künftige Preise sei deshalb schwer möglich. Die vorausschauende Strombeschaffung der GWR habe sich aber bewährt, so die Gemeinde weiter. Die GWR kaufen den Strom zwei Jahre im voraus gestaffelt am Markt bei verschiedenen Produzenten ein. Diese Praxis wollen die GWR fortführen. Sie diene auch dem obersten Ziel, die Versorgungssicherheit der gesamten Kundschaft zu gewährleisten.

Weitere Faktoren: Netznutzungs-Kosten

Nebst den stark steigenden Beschaffungskosten des Stroms beeinflussen auch höhere Netznutzungsentgelte die Strompreise für 2023. Diese Entgelte können von den GWR nicht beeinflusst werden, sie müssen auf den Strompreis hinzugerechnet werden. Dies gelte auch für die Kosten für die vom Bund definierte Systemdienstleistung (SDL), die sich ebenfalls verteuert.

> Strompreise in Rüti ZH 2021 - 2023

Zürioberland24