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Gossau ZH
21.08.2022
21.08.2022 09:42 Uhr

«Als Unternehmer muss man weitsichtig sein»

Jakob «Köbi» Moser leitete das Unternehmen bis 2009. Hier mit Sohn Reto. Bild: zvg
1972 gründete Köbi Moser die Zimmerei Jakob Moser in Grüt. Im Interview erzählt er, was ihn bis heute an Holz fasziniert und wie er die Übergabe an die zweite Generation erlebt hat.

Zürioberland24: Die Moser Holzbau feiert ihren 50. Geburtstag. Sind Sie stolz?

Jakob Moser: Ja, ein wenig schon. Aber es stecken natürlich viele Personen dahinter, die geholfen haben, so einen Aufstieg zu meistern.

Was hat Sie am Holzbau immer fasziniert?

Holz ist ein natürlicher, warmer Baustoff, der sich mit Handwerkzeug gut bearbeiten lässt. Heute fasziniert es mich, dass man Holz millimetergenau mit CNC-Maschinen verarbeiten und sehr kreative Formen verwirklichen kann. Durch die neue Holzbautechnik ist es möglich, ganze Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie Aufstockungen zu bauen. Ich bin sicher, dass man in Zukunft mit Holz noch viel höher bauen wird. Das würde nicht nur weniger Landfläche brauchen, sondern wäre auch nachhaltiger.

  • 1972: Gründung der Zimmerei Jakob Moser mit Werkstatt im Goldacher in Grüt (Gemeinde Gossau ZH). Bild: zvg
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  • Das Geschäftsgebäude mit Produktionshalle in Gossau ZH heute. Bild: zvg
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Was war für Sie der prägendste Auftrag in Ihrer beruflichen Tätigkeit?

In meiner 36-jährigen Geschäftsführung waren es viele interessante Bauten und Dachkonstruktionen, die wir ausführen durften. In der Zeit bewältigten wir ca. 2000 Dachstühle und natürlich auch Umbauten. Eine der bekanntesten Dachkonstruktionen war sicher der Wiederaufbau des abgebrannten Zunfthauses zur Zimmerleuten in Zürich.

Was braucht es Ihrer Meinung nach, um ein guter Unternehmer zu sein?

Wenn man Unternehmer sein will, braucht es neben einem guten Bauchgefühl auch die Fähigkeit, vorauszuschauen. In unserem Fall war es wichtig, rechtzeitig eine Betriebserweiterung einzuleiten, um damit einen rationelleren Betrieb aufzubauen.

Baubeginn des Neubaus und Neueinrichtung des Maschinenparks, 1979. Bild: zvg

2009 haben Sie die Leitung an Ihren Sohn Reto und an den langjährigen Mitarbeiter Michael Widmer übergeben. Ist Ihnen die Übergabe an die nächste Generation schwergefallen?

Die Firmenübergabe entwickelte sich langsam und kontinuierlich, weil Reto und auch Michael ja schon seit der Lehre im Betrieb gearbeitet haben. Ich liess Reto ziemlich freie Hand. So konnte er sich selbst die Erfahrung zum Chef aufbauen. Beide sind fleissig, zuverlässig und haben Freude am Beruf. Sie sind weitsichtig und übernehmen Verantwortung. Das sind wichtige Voraussetzungen, um ein Unternehmen erfolgreich zu leiten.

Bis 2018 war ich noch Teilzeit im Unternehmen tätig. Durch einen gesundheitlichen Einbruch musste ich mich dann aber ganz von den Geschäftstätigkeiten trennen. Es war nicht einfach, das loszulassen.

War auch Ihr Vater in der Holzbaubranche tätig?

Ich bin in einer Bergbauernfamilie im Obertoggenburg aufgewachsen. Mein Vater war Bergbauer, Wildhüter und im Winter Holzfäller. Wir waren vier Söhne und mussten ca. ab dem 6. Lebensjahr mithelfen, z. B. im Winter Brennholz im Wald schlagen. Es gab also schon in frühen Jahren eine Beziehung zu Holz.

«Es hat mir immer mehr Freude gemacht, mit den Händen zu arbeiten, als im Büro.»
Köbi Moser, Gründer

Hat Ihre Frau auch im Betrieb mitgearbeitet?

Meine Frau Agatha arbeitete von Anfang an mit und schrieb jahrelang alle Offerten und Rechnungen, kümmerte sich um die Lohnzahlungen und um die Korrespondenz. Natürlich bekam sie einen Lohn dafür.

Welches ist Ihr Lieblingsholz?

Mein Lieblingsholz ist Eiche. Es ist sehr hart, robust und verzieht sich wenig. Eichenholz gilt als wertvollstes heimisches Holz. Es wird für Fenster und Türen, für Möbel und auch für Parkett und Dielen verwendet. Es werden auch oft Treppen und Geländer im Innen- und Aussenbereich angefertigt.

«Ich wünsche mir, dass es allen Mitarbeitenden und ihren Familien gut geht.»
Köbi Moser

Was wünschen Sie dem Unternehmen für die Zukunft?

Ich wünsche dem Unternehmen, dass es gesund bleibt und kein schwerer Unfall passiert. Dass alle mit Zufriedenheit und Freude weiterarbeiten. Und dass es den Mitarbeitenden und ihren Familien gut geht.

Am 17. September ist Tag der offenen Tür bei der Moser Holzbau AG!

Moser Holztag am 17. September 2022

Am Samstag, 17. September 2022, öffnet die Moser Holzbau AG anlässlich ihres 50-Jahr-Jubiläums von 10 bis 17 Uhr ihre Türen. Ein Rundgang durch das Gebäude zeigt den Weg von der 3D-Zeichnung zum fertigen Kundenprojekt. Es gibt feines Essen, Musik und Unterhaltung für Gross und Klein.

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Barbara Tudor