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Gossau ZH
21.08.2022
21.08.2022 09:41 Uhr

Moser Holzbau AG: 50 Jahre im Dienste des nachhaltigen Holzbaus

Reto Moser (rechts) und Michael Widmer führen das Unternehmen seit 2009. Bild: zvg
Im Jahr 1972 gründete Köbi Moser die Zimmerei Jakob Moser im Grüt. Was als Zwei-Mann-Betrieb begann, ist heute ein führendes Holzbau-Unternehmen in den Bereichen Elementbau, Neubau, Umbau und Sanierung und beschäftigt über 30 Mitarbeitende an der Industriestrasse in Gossau ZH.

1972 gründete der damals 29-jährige Jakob «Köbi» Moser die gleichnamige Zimmerei zusammen mit dem Zimmermann Martin Rutz. Als Werkstatt diente eine kleine Scheune im Goldacher Grüt. 1975 wurde die Firma umgewandelt in die Jakob Moser Holzbau AG.

Von Wetzikon in die Gossauer Industrie

Das wachsende Unternehmen mietete in Wetzikon eine Halle und kaufte gleichzeitig die Scheune «Oele» in Gossau, um dort einen Holzbaubetrieb aufzubauen. Doch 30 Einsprachen verhinderten dies. «Das war aber letztendlich gut so, denn dadurch ergab sich die Möglichkeit für uns, in der Gossauer Industrie eine 3000 m2 grosse Landparzelle zu kaufen», erzählt Firmengründer Köbi Moser. Ende 1979 konnten dort die Zimmereihalle und die Schreinerei aufgerichtet werden, 1993 entstand das Bürogebäude mit Wohnungen direkt daneben.

Betriebsanfang in der kleinen Scheune im Grüt (1972). Bild: zvg

1996: Modernste Technik hält Einzug

In den 1990er-Jahren erkannte Köbi Moser den Trend in Richtung Holzelementbau, bei dem nicht mehr Einzelteile auf der Baustelle montiert werden, sondern diese bereits vorgefertigt angeliefert und dadurch effizienter vor Ort montiert werden können. Er war überzeugt, dass der Bedarf an einer geeigneten Element-Fabrikationshalle steigen wird. Und so realisierte das Unternehmen 1996 eine entsprechende Halle. In der Zeit wurde auch ein moderner Elementbau-Wendetisch eingebaut, der es erlaubte, grosse Holzbauelemente zu bauen. «Mit dieser Anschaffung erfolgte ein wichtiger Schritt in Richtung automatisierte Verarbeitung von Holzbauteilen nach Plan», erinnert sich Köbi Moser.

Ganze Häuser entstehen in Gossau

Mit dem gut ausgebauten Maschinenpark und dem grossen Holzlager sorgt die Moser Holzbau AG für höchste Flexibilität. «Anfertigungen und Ausbauten jeder Art sowie Reparaturen können so in kürzester Zeit vorgenommen werden», sagt Köbi Moser stolz. Was viele nicht wissen: Sämtliche Elemente wie Lukarnen, aber auch komplette Einfamilienhäuser werden in den hohen Werkhallen an der Industriestrasse gefertigt.

2012 begann man mit der Planung der dritten Elementbauhalle mit Tiefgarage und neuem Bürogebäude, Anfang 2014 wurde die Halle im Holzelementbau aufgerichtet. Noch im gleichen Jahr wurde eine CNC-gesteuerte Multifunktionsbrücke in Betrieb genommen, die seither an jedem Arbeitstag in Betrieb ist. Im Bürogebäude befindet sich zusätzlich ein Ausstellungsraum mit verschiedensten Holzmustern und Materialien.

Zweite Generation übernimmt

2009 wurden die Geschäfte in die neu gegründete Moser Holzbau AG überführt, die seither von Sohn Reto Moser und dem langjährigen Mitarbeiter Michael Widmer geleitet wird.

Bis 2018 arbeitete Vater Köbi noch Teilzeit und half im Büro mit. «Hauptsächlich im Offertwesen. Die Preise hatte ich im Kopf gespeichert. Ich arbeitete aber immer lieber mit den Händen als im Büro», sagt der heute 79-Jährige, der als Bauernsohn im Obertoggenburg aufgewachsen ist, 1969 nach Gossau kam und dort anfangs bei der Trüeb Holzbau Säge Mühle arbeitete.

Seinen Betrieb in jüngere Hände zu legen, habe ihm keine Mühe bereitet, sagt Köbi Moser. Die Übergabe habe sich durch die Mitarbeit von Sohn Reto und Michael Widmer stetig entwickelt. Das bestätigt auch Sohn Reto: «Wir haben uns auch in der Übergangszeit gut verstanden und uns stets gegenseitig respektiert.» Dafür ist Köbi Moser dankbar. «In der heutigen Wohlstandsgesellschaft wollen viele nicht mehr so viel arbeiten und Verantwortung übernehmen», sagt Köbi Moser ernst. Er kenne einige Berufskollegen, deren Söhne den elterlichen Betrieb nicht übernehmen wollten.

Auch seine Frau Agatha Moser half von Anfang an im Betrieb mit. «Neben der Erziehung unserer vier Söhne schrieb sie jahrelang alle Offerten und Rechnungen, kümmerte sich um die Löhne und um vieles mehr. Dafür hat sie natürlich einen Lohn bekommen», so Köbi Moser.

«Die Entwicklungen im Holzbau sind faszinierend.»
Reto Moser, Geschäftsführer bei der Moser Holzbau AG

Leidenschaft für Holz vererbt

Sohn Reto Moser ist mit dem Element Holz gross geworden. Er und seine drei Brüder haben alle Zimmermann gelernt. Während sich seine drei Brüder anderweitig weiterbildeten, schlug Reto Moser den Weg zum Holzbautechniker ein. Bis heute ist sein Vater ein Vorbild und eine wichtige Vertrauensperson für ihn. «Er hatte Visionen und diese auch umgesetzt. Er war aber nie stur, sondern war offen für die Ideen anderer.»

Auch Michael Widmer ist sozusagen mit Holz gross geworden. Als Nachbar der Familie Moser war er viel im Holzbaubetrieb, übernahm als  Jugendlicher Ferienjobs dort und begann schliesslich die Lehre als Zimmermann. Auf die ganze Zeit blickt Michael Widmer mit Dankbarkeit zurück: «Die Arbeit war streng. Aber Köbi war als Chef immer fair und wertschätzte die Arbeit der Mitarbeitenden. Er hatte stets ein offenes Ohr und Vertrauen in uns.»

«Jedes Projekt ist einzigartig»

Die Moser Holzbau AG betreut damals wie heute die unterschiedlichsten Kunden und Projekte. Sei das ein Bodenrost in einem Garten, ein Treppenbau, eine komplexe Dachaufstockung in der Stadt, ein Lukarnenbau, die subtile Sanierung oder Renovation eines historischen Landhauses, der Neubau eines Einfamilienhauses oder das Isolieren und Verkleiden ganzer Wohnüberbauungen in Holzfassade. «Es gibt fast nichts, was man nicht mit Holz bauen könnte. Das fasziniert mich heute noch jeden Tag», sagt Reto Moser.

Dachstock vom «Zimmerleuten » kommt aus Gossau

Eines der eindrücklichsten Projekte in der 50-jährigen Firmengeschichte ist wohl der Wiederaufbau vom Dachstock des 2007 niedergebrannten Zunfthauses zur Zimmerleuten in Zürich. Aber auch die innerhalb von 24 Stunden aufgebauten Unterkünfte für 200 ukrainische Flüchtlinge in der Saalsporthalle in Zürich im März 2022 verdeutlichen die Flexibilität und die Leidenschaft der Firma für den Holzbau. «Eine unserer Stärken ist es, lösungsorientiert zu arbeiten», sagt Michael Widmer.

Das moderne Firmengebäude ist natürlich aus Holz gebaut, wird mit Holzschitzeln beheizt und hat eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Bild: zvg

Holzbau wichtiger denn je

Der Bau mit dem natürlichen Rohstoff Holz ist schön anzusehen, «heimelig» und sorgt für ein gutes Arbeits- und Wohnklima. Er ist aber vor allem eines: nachhaltig. Denn gearbeitet wird mit natürlich nachwachsenden Baustoffen, die mit geringem Energieaufwand gewonnen werden. Ein Holzhaus bindet zudem CO2 aus der Luft und leistet damit einen Beitrag zum Klimaschutz. «Wir verwenden vor allem Nadelbäume wie Fichte und Tanne, die aus zertifizierter Forstwirtschaft stammen», bestätigt Michael Widmer.

«Unsere Branche braucht gute Fachleute. Darum bilden wir auch Lehrlinge aus.»
Michael Widmer, Geschäftsleiter bei der Moser Holzbau AG

Nachwuchsförderung aus Überzeugung

Das Unternehmen orientiert sich nicht nur an aktuellen Entwicklungen und investiert laufend in moderne Technik. Es legt auch viel Wert auf die Nachwuchsförderung. «Wir brauchen gute Fachleute. Darum bilden wir selbst immer mehrere Lernende pro Jahr aus», sagt Michael Widmer. Das sei zwar aufwändig, lohne sich aber. Vielleicht ist auch dies ein Grund, warum sich die Firma über so viele langjährige Mitarbeitende freuen darf.

Weitere Informationen: www.moser-holzbau.ch

Moser Holztag

Am Samstag, 17. September 2022, öffnet die Moser Holzbau AG von 10 bis 17 Uhr ihre Türen. Ein Rundgang durch ihr Gebäude zeigt den Weg von der 3D-Zeichnung bis zum fertigen Kundenprojekt. Es gibt feines Essen, Musik und Unterhaltung für Gross und Klein.

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Barbara Tudor