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Rüti ZH
20.06.2022

Neonazis in Rüti: Pfadi distanziert sich

In dieser Pfadihütte soll es am Samstag zu einem Neonazi-Treffen gekommen sein. Bild: Pfadiheim Rüti ZH
Am vergangenen Samstag sollen sich über 50 Neonazis in einer Waldhütte in Rüti ZH versammelt haben. Nun äussert sich die Vermieterin, die Pfadi Rüti, zum Vorfall.

Am vergangenen Samstag führte die Kantonspolizei eine Grosskontrolle in einer Waldhütte in Rüti ZH durch, nachdem ihnen gemeldet worden war, dass ein Treffen von Anhängern der rechtsextremen Szene stattfinden würde (Zürioberland24 berichtete). Bei der Waldhütte handelt es sich um das Pfadiheim von Rüti ZH. Die Waldhütte sei unter falschen Angaben gemietet worden, gab bereits die Kantonspolizei am Samstag bekannt.

Pfadi distanziert sich

Dies bestätigt nun auch die Vermieterin, die Pfadi Paprika. Auf ihrer Website schreibt sie dazu: «Am 18. Juni hat sich eine rechtsextreme Gruppierung unter falschem Namen sowie falschen Angaben im Pfadiheim Rüti eingemietet. Die Verwaltung des Heims hatte keinerlei Kenntnis vom Hintergrund dieser Gruppierung.»

In der Medienmitteilung schreibt Pfadi Züri weiter, dass sie die Ansichten dieser Gruppierung ablehne und froh sei, dass die aufgebotenen Einsatzkräfte die Situation vor Ort geklärt hätten. «Das Pfadiheim ist nur Pfadiabteilungen und ähnlichen Organisationen sowie Schulen vorbehalten, die Lager, Kurse, Weekends etc. für Kinder und Jugendliche durchführen. Ein Festbetrieb ist ausdrücklich nicht erwünscht», schreibt Pfadi Züri.

Lieder mit antisemitischen Texten und Parolen aus der NS-Zeit

Gemäss 20Minuten haben die Rechtsextremen vor Ort zu Liedern mit antisemitischen und rassistischen Texten mitgesungen und lauthals Parolen aus der NS-Zeit geschriehen. Der Zeitung würden Aufnahmen vorliegen, in denen dies zu hören sei.

Wie die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus (GRA) gegenüber 20Minuten sagte, seien die erwähnten Rufe und Parolen äusserst geschmacklos und scharf zu verurteilen. Die Versammlung und die Geisteshaltung der Teilnehmenden widerspreche allen Grundsätzen der Schweizer Demokratie und denjenigen der GRA, wird Präsident Pascal Pernet zitiert.

Trotzdem sei es kein Zufall, dass dieses und weitere Neonazi-Treffen in der Schweiz stattfinden und dafür Leute aus Deutschland anreisen. Die Schweizer Rassismus-Strafnorm sei im Vergleich zum Ausland viel liberaler. Das müsse sofort geändert werden.

Zürioberland24