Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Kultur
15.06.2022

Jürgen Klopp kauft Rolf Knies Villa auf Mallorca

Villa-Verkäufer Rolf und Belinha Knie (Mitte), Jürgen und Ulla Klopp: «Traumhaus gefunden» Bild: Rolf Knie/ Linth24
Die Trainer-Legende Jürgen Klopp kaufte Rolf Knies Mallorca-Villa für 4 Millionen Euro. Beide sind überaus glücklich damit. Linth24 traf Rolf Knie zum Gespräch.

In diesem Bericht erfahren Sie, dass

  • der FC Liverpool-Trainer Jürgen Klopp sich mit Knies Villa seinen ersten Traum erfüllt,
  • der Künstler Rolf Knie mit Geld nicht motiviert werden kann,
  • und er nach seiner Villa nun auch noch seine 200'000 m2 Land auf Mallorca samt einsamer Bucht verkauft.

Der Verkauf der Mallorca-Villa von Rolf und Belinha Knie geht wie ein Lauffeuer durch die Medien. Einerseits wegen des Käufers: Jürgen Klopp, einer der erfolgreichsten und bestbezahlten Trainer unseres Erdballs, beschäftigt beim englischen 500-Millionen-Euro FC Liverpool. Andrerseits wegen des Villen-Verkäufers: Rolf Knie, Künstler, Unternehmer und Mitglied der Zirkus-Dynastie Knie.

Von Rolf Knie gibt es unzählige Bilder, wie er auf seinem Anwesen auf Mallorca lebt, Spinnereien treibt, Gäste empfängt, Golf spielt und: Meistens «Tag und Nacht» malte, wie er gegenüber von Linth24 sagt. Aber, warum bricht er seine Zelte auf Mallorca ab und will auch noch seine einsame, unverbaubare Bucht mit 200'000 Quadratmeter Land verkaufen?

Millionen Deal für Knies Refugium

Das gegen 5'000 Quadratmeter grosse Anwesen von Rolf und seiner Frau Belinha Knie am Rand des mallorquinischen Golfer-Mekkas Santa Ponsa ist ein Traum. Das im inseltypischen Stil erbaute Haus umfasst rund 500 Quadratmeter Wohnfläche, einen himmelblauen Pool mit riesigem Garten, Palmen, Blumen, Kunstwerken und Atelier. Nun geht dieses Refugium für 4 Millionen Euro über an den Erfolgstrainer Jürgen Klopp.

Jürgen Klopps Traum geht in Erfüllung: Er kauft Rolf Knies Villa. Bild: Rolf Knie/ Linth24

Jürgen Klopps erster Traum

Klopp, von dem die Homepage «Statista» schreibt, er verdiene beim FC Liverpool jährlich 18 Millionen Euro und verfüge über ein Vermögen von 35 Millionen, kann sich das Anwesen der Knies wohl leisten. Und er freut sich sehr an seinem Kauf, wie Rolf Knie ausführt. Bei der Vertragsunterzeichnung habe ihm Klopp gesagt, er habe in seinem Leben noch nie Träume gehabt. Aber diese Villa sei jetzt «zu seinem Traum geworden.»

«Geld hat mich nie motiviert»

Warum aber will Rolf Knie Mallorca verlassen, will ich wissen. «Ums Geld ging es mir ganz sicher nicht», sagt er, Geld habe ihn noch nie motiviert. Er habe nach seiner Karriere beim Circus Knie jahrelang am Existenzminimum im Joner Lattenhof in einem Wohnwagen gelebt. «Ich kann mit ganz wenig auskommen», so Knie. Er habe nicht zuletzt deshalb in seinem Leben so manche gutgehende Tätigkeit hinter sich gelassen: So seine Auftritte im familieneigenen Circus, oder das in der Schweiz und in Deutschland erfolgreiche Clown-Duo «Rolf und Gaston», oder seine Engagements bei Disney in Florida, oder als Darsteller in Filmen oder Theater.

Auch die Bucht wird verkauft

Warum stets neu anfangen, frage ich. «Weil ich immer wieder weiter möchte. Das gibt neue Kraft und neue Kreativität», sagt Rolf Knie. Und nun liege auch Mallorca hinter ihm, und das sei gut so. Rolf Knie besitzt dort zwar noch 200'000 Quadratmeter Land, welche die einsame, öffentlich nicht zugängliche Bucht Cala Petita umranden. Darauf könne man wegen der geänderten Gesetze nur noch ein Haus bauen. Aber das lasse er sein und wolle auch dieses Grundstück verkaufen.

  • 1986: Rolf Knie im Schlauchboot in seiner neu gekauften Bucht. Bild: Rolf Knie/ Linth24
    1 / 3
  • Zur einsamen Traum-Bucht (oben rechts) gehören 200'000 Quadratmeter Land. Bild: Rolf Knie/ Linth24
    2 / 3
  • Künstler Rolf Knie verkauft auch seine spektakuläre Bucht Cala Petita. Bild: Rolf Knie/ Linth24
    3 / 3

Der einzige Knie mit SG-Nummer

Eigentlich macht es den Eindruck, Rolf Knie wolle, zumindest vorläufig, zur Ruhe kommen. «Ganz so ist es nicht», erwidert er, «ich will einfach wieder ganz in der Schweiz leben». In St. Gallenkappel, wo er zusammen mit seiner Frau ein grosses Anwesen mit riesigem, unterirdischem Atelier bewohnt – und rundum die Kühe grasen. «Hier war schon immer mein Lebensmittelpunkt», sagt Rolf Knie dazu, «und hier habe ich immer meine Steuern abgeliefert.» Dann fügt er an: «Ich bin ja noch der einzige Knie, der im Kanton St. Gallen Steuern bezahlt und mit einer St. Galler-Nummer am Auto herumfährt.» Und lässt das einfach so stehen. So, als ob er noch eine leise Kritik gegenüber all jenen anbringen möchte, die wegen der tiefen Steuern den Seedamm überqueren und in der Ausserschwyz ansässig werden.

In Artà wie Hippies gelebt

Er habe alle 10 bis 15 Jahre seinen Wohnort gewechselt, sagt Rolf Knie noch. «Zuerst lebten Belinha und ich auf Mallorca in Artà wie Hippies. Bei jedem rechten Regen hätten sie überall Kübel aufgestellt und damit das tropfende Wasser eingefangen. Nach 12 Jahren hätten sie genug gehabt. «Im kleinen Artà, wo nichts los war, habe ich als bunter Vogel bald jeden gekannt», sagt Knie. Das habe ihm dann irgendwann gereicht.

  • Knies fertiger Wohnsitz in Artà – wenn's regnet, füllen sich die Kübel. Bild: Rolf Knie/ Linth24
    1 / 4
  • Rolf Knie baut um – vom Kuhstall zum Wohnhaus. Bild: Rolf Knie/ Linth24
    2 / 4
  • Rolf Knies Hippie-Zeit: Sein erstes Haus auf Mallorca in Artà. Bild: Rolf Knie/ Linth24
    3 / 4
  • 1984 verlässt Rolf Knie den Familiencircus und zieht in einen Wohnwagen im Lattenhof in Jona. Bild: Rolf Knie/ Linth24
    4 / 4

«Hier kenne ich die Leute»

Dann sei in Santa Ponsa die jetzt an Jürgen Klopp verkaufte Villa erstanden, die er und seine Frau nach eigenen Wünschen ausgebaut hätten. Jetzt aber ziehe es ihn «wieder ganz nach Hause.» Hier kenne er die Leute und auch manchen Pflasterstein am Strassenrand. Dann schiebt Rolf Knie noch nach: «Wer so lange wie ich im Ausland gelebt hat, der weiss, wie gut wir es in der Schweiz haben.»

Drei Projekte und ein Geheimnis

Am kommenden 16. August, an seinem 73-sten Geburtstag, übergibt Rolf Knie seinem Sohn Gregory den von ihm aufgebauten Zirkus «Salto Natale». In seinem Kopf gehe es jedoch weiter. Er wälze drei Projekte mit sich herum.  Was für Projekte? «Diese Frage habe ich erwartet. Ich sage dazu aber nichts», entgegnet Knie schlitzohrig und verschmitzt.

Überhaupt, habe er gerade beim Verkauf seiner Finca auf Mallorca wieder gestaunt, was er alles sei. In den Medien sei er als «Zirkusdirektor», als «Unternehmer», als «Industrieller», als «Künstler» und als «Kunstmaler» beschrieben worden.

In erster Linie Künstler

«Und was bist Du?», frage ich. «Künstler», sagt Rolf Knie, ohne eine Sekunde zu zögern. «Das genügt aber nicht ganz», entgegne ich. «Immerhin besitzt Du einen Drittel des Circus Knie mit Kinderzoo. Ein grosses, weitverzweigtes Unternehmen, das im Besitz vieler Häuser, Liegenschaften und Subunternehmen ist.» «Schon», sagt Rolf Knie, «aber tief in mir bin ich Künstler. Aber einer, der auch etwas von wirtschaftlichen Zusammenhängen versteht», und sowieso, er mache weiter, solange sein Geist und sein Körper mitmache. Ausserdem freue er sich, endlich Zeit zu haben, in seiner Galerie in Jona mit Freunden und den Käufern seiner Bilder ausgiebig zu plaudern.

Zuhause angekommen

Kurz bevor wir aufbrechen, sagt Rolf Knie noch, jetzt, wo er sein Haus verkauft habe, wollten wieder viele Medien mit ihm reden – oder eine TV-Sendung machen. Aber er sage jeweils ab, er habe keine Zeit. Der Mann scheint angekommen zu sein. Zuhause. Im Kanton St. Gallen, im Linthgebiet, in St. Gallenkappel. Mal sehen, ob das so bleibt.

Bruno Hug, Linth24